TrennungWenn die Pandemie unsere Beziehung zerstört

Mehr Stress, mehr Streit, mehr Krisen: Der Lockdown bringt unsere Partnerschaften an ihre Grenzen. Wie wir mit zerbrochenen Beziehungen umgehen und wann es sich lohnt, zu kämpfen, besprechen wir in dieser Ab 21.

Kathis Beziehung hat den ersten Lockdown nicht überstanden – und die Pandemie machte die Trennung nochmal um einiges schwerer. Die Berlinerin ist überzeugt, dass sie und ihr Partner wegen der Pandemie nicht mehr vor ihren Beziehungsproblemen weglaufen konnten: "Es hat uns so krass den Spiegel vorgehalten." Inzwischen ist sie dafür sogar ein bisschen dankbar.

Corona zeigt den wahren Beziehungszustand

Seit der Pandemie kriegt Psychologin Anna Wilitzki mehr Anfragen für Paartherapie, wie sie selbst berichtet. Weil Paare im Lockdown kaum Ablenkungsmöglichkeiten mehr hätten, würden sie deutlich nüchterner mit der Beziehung umgehen und deswegen mehr streiten. Warum es sich genau dann lohnt, für die Beziehung zu kämpfen, erklärt die Paartherapeutin im Podcast.

Wissenswertes zu Beziehungen in der Pandemie

  • Die Pandemie verstärkt Beziehungsprobleme, bringt aber selten neue. Zu diesem Schluss kommt eine Studie aus den USA, für die zufällig kurz vor Ausbruch des Virus Paare zu ihrer Zufriedenheit befragt wurden, genauer gesagt im Dezember 2019. Anschließend folgten zwei weitere Befragungen Ende März und Ende April. Das Ergebnis: Glückliche Paare, die nur wenige Konflikte hatten, wurden sogar etwas glücklicher. Unglückliche Paare, bei denen es schon vor der Pandemie viel Streitpotential gab, dagegen unglücklicher.
  • Mehr Details zu den negativen Auswirkungen bietet eine Umfrage des Ondlinedating-Portal Elitepartner: Jedes fünfte Paar berichtet, sich während Corona mehr gestritten zu haben (19 Prozent). Jüngere Paare hatten sogar überdurchschnittlich viel Streit – denn 32 Prozent gaben an, mehr zu streiten als vor der Pandemie.
  • Die Corona-Krise hat aber offenbar einen positiven Effekt auf das Sexleben: Der Psychotherapeut Wolfgang Krüger meint, dass der Wunsch nach Sex in Krisenzeiten größer wird - weil Liebe und Sexualität eine Möglichkeit sind, ein Gefühl von Sicherheit zu bekommen. Das lasse sich auch beim Kaufverhalten beobachten: In der Lockdown-Zeit waren Kondome und Sexspielzeug große Verkaufsschlager.