Maßnahmen gegen WildpinklerPinkelbeete fürs Stadion

Bei großen Veranstaltungen werden sie zum Problem: Wildpinkler. Verbote sind oft wirkungslos. In München befassen sich jetzt Wissenschaftler mit dem Thema - auf Einladung des FC Bayern.

Bei Fußballspielen, Festivals oder an Karneval ist das Wildpinkeln eher die Regel und nicht die Ausnahme. Oft rotten sich dann die Männer zum Pinkeln zusammen. In der Wissenschaft ist die Rede vom Sozialpinkeln.

Natalie Eßig von der Hochschule für angewandte Wissenschaften München hat sich mit ihren Studenten das Verhalten der Wildpinkler in der Nähe der Münchener Allianz Arena genauer angesehen – auf Einladung des FC Bayern.

Der Grund für die Einladung: die sehr hohen Reinigungskosten, um die Wildpinkel-Ecken zu säubern. Die möchte der FC Bayern reduzieren. Natalie Eßig und rund 20 bis 30 Studierende haben untersucht, wann das Wildpinkleraufkommen besonders hoch ist, und wo besonders gerne gepinkelt wird.

"Wenn ich helle Mauern, helle Steine, helle Wege habe und die sich gelblich einfärben, ist das ein bisschen schwierig."

Natalie Eßig und ihr Team meinen, dass sich das Wildpinkeln nicht grundsätzlich abstellen lässt. Das Pinkeln im Freien sei einfach beliebter als auf einer Toilette. Trotzdem könne man Wildpinkler in bestimmte Bahnen lenken - die Pinkelmöglichkeit müsse einfach ansprechend sein.

Die Wissenschaftler haben zwei Lösungen entwickelt:

  • eine mobile Toilette, die aussieht wie ein Pflanzenkübel
  • Pinkelbeete

Dem Wildpinkeln lasse sich mit mehr Toilettenwagen oder mehr mobilen Toilettenkabinen in der Regel nicht beikommen, meint Natalie Eßig. Erfolgversprechender sei es, für den Wildpinkler Pinkelmöglichkeiten zu schaffen, die den Anschein erwecken, nicht zum Urinieren vor Ort aufgestellt worden zu sein.

Warum aber pinkeln Männer überhaupt in Gruppen? Die sozialen Motive der Wildpinkler geben der Forscherin Rätsel auf.

"Das ist so ein bisschen wie: Ich markiere mein Revier."

Natalie Eßig meint, das Wildpinkeln an sich werde man nie ganz vermeiden können: "Es ist eben ein Gesellschaftsproblem".

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