NahostkonfliktKein Frieden in Sicht

Jassir Arafat, Yitzhak Rabin und Schimon Peres haben für ihre Verhandlungen sogar den Friedensnobelpreis bekommen. Doch nachhaltig war das nicht. 25 Jahre nach den Verträgen von Oslo sind Israel und Palästina weit entfernt von einem Frieden.

Am 13. September 1993, also vor 25 Jahren, wurde der erste Teil der Oslo-Verträge unterschrieben - ein Tag, der vom Weißen Haus sorgsam inszeniert wurde. Die Fotos vom Handschlag zwischen Rabin und Arafat unter Beisein von Präsident Bill Clinton sind weltbekannt. 

Mit dem Vertrag haben sich Israelis und Palästinenser erstmals anerkannt. Er gab weltweit Hoffnung auf eine Lösung des Nahostkonflikts. Jassir Arafat, damals Vorsitzender der Palästinensischen Befreiungsorganisation, Yitzhak Rabin, Ministerpräsident Israels, und Schimon Peres, Außenminister, die den Vertrag mitverhandelt hatten, haben dafür sogar den Friedensnobelpreis bekommen. Doch die Hoffnungen auf Frieden haben sich nicht erfüllt.

"So weit entfernt von einem möglichen Frieden wie gerade waren diese Region und die Akteure seit 25 Jahren nicht."
Benjamin Hammer, Korrespondent in Tel Aviv

Die verschiedenen Seiten werfen sich gegenseitig vor, für das Scheitern des Oslo-Vertrags verantwortlich zu sein, sagt Benjamin Hammer, ARD-Korrespondent in Tel Aviv.

Unabhängig der Ansichten der Parteien könnte aber auch eine zu lange Wartezeit mitverantwortlich sein. Denn die Verträge von Oslo waren Absichtserklärungen, keine konkreten Maßnahmen. "Und dann kamen die Extremisten", sagt Benjamin Hammer. Immer wieder haben Israelis Palästinenser getötet und umgekehrt. "Es war keine friedliche Zeit nach Oslo." Und das Ziel der Extremisten sei dann auch aufgegangen: eine Annäherung zwischen Israelis und Palästinensern zu verhindern.

Wie ein Frieden zwischen Palästina und Israel eine Chance hat

Nach Einschätzung von Korrespondent Benjamin Hammer brauchen Israel und Palästina einen neutralen Vermittler. Die Frage aber sei, ob die USA diese Rolle noch erfüllen kann. "Wir müssen abwarten, wann der Plan präsentiert wird", sagt Benjamin Hammer - und ob der tatsächlich der angekündigte "Deal des Jahrhunderts" wird. Falls das nicht klappt, stünden die Chancen für einen Frieden aktuell schlecht: "So weit entfernt von einem möglichen Frieden wie gerade waren diese Region und die Akteure seit 25 Jahren nicht."

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