Lana del Rey hat viel Kritik abbekommen. Dafür, dass sie Anfang September beim Meteor Festival in Israel auftreten will. An ihrem Plan hält sie fest, will jetzt aber auch in die Palästinenser-Gebiete reisen und dort für die Leute spielen.

In Israel zu spielen, würde nicht heißen, dass sie die Politik der Regierung dort unterstützt, hat Lana del Rey getwittert. Genauso wenig wie es heiße, dass sie die kalifornische Regierung unterstütze, wenn sie dort auftrete.

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Die Musikerin hat auch schon in Istanbul, Moskau und Peking gespielt. Unsere Autorin Anna Kohn will diese Länder zwar nicht direkt mit Israel vergleichen. Doch politisch umstritten seien die Regierungen dieser Länder zurzeit ja auch. 

Lana del Rey wird auch in die Palästinenser-Gebiete reisen und dort für die Leute spielen, hat sie gestern noch hinterhergeschickt. Sie wolle Frieden für Israel und Palästina.

Kritik nicht nur von Fans

Kritisiert worden war del Rey von ihren eigenen Fans, aber auch von Pro-Palästina-Aktivisten und von Israel-Gegnern. Gerade im Moment wird die Regierung Benjamin Netanjahus heftig für ein neues Gesetz kritisiert, dass Hebräisch zur einzigen Amtssprache macht – obwohl es eben auch arabische Israelis gibt.

Auch ein Teil der BDS-Bewegung hat auf del Reys Tweet reagiert – und sie aufgefordert, sich ihren Auftritt in Israel nochmal zu überlegen. Die "Palestinian Campaign for the Academic and Cultural Boycott of Israel" ist äußerst umstritten. Die Organisation nennt Israel ein "Apartheids-Regime" und ruft zu Desinvestitionen und Sanktionen gegen das Land auf.

"Immer wieder fordern BDS-Aktivisten Künstler, Wissenschaftler, Politiker oder Sportler dazu auf, nicht in Israel aufzutreten oder nicht mit israelischen Wissenschaftlern zusammenzuarbeiten."
Anna Kohn, Deutschlandfunk Nova

Einer der prominentesten BDS-Anhänger ist Roger Waters von Pink Floyd.

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Unter anderem Waters‘ Statement hat Lana del Rey jetzt wohl auch davon überzeugt, auch in den Palästinenser-Gebieten aufzutreten, sagt Anna Kohn.

Aufregung um Konzerte in Israel ist nicht neu

Es ist nicht das erste Mal, dass es so einen Wirbel um ein Konzert in Israel gibt. 

  • Lorde zum Beispiel sollte auch in Tel Aviv spielen, hat schließlich aber wieder abgesagt, nachdem sie viel Kritik bekommen hatte
  • Andere ziehen es bewusst durch: Nick Cave zum Beispiel oder Radiohead

Radiohead hatte damals genauso argumentiert wie Lana del Rey: Es sei nicht das gleiche, in einem Land zu spielen und dessen Regierung zu unterstützen. Die Band würde auch weiterhin in den USA auftreten und trotzdem nicht Trump unterstützen.

Thema auch in Deutschland

Der Nahostkonflikt ist gerade auch in Deutschland aktueller denn je: Bei der Ruhrtriennale, einem großen Theaterfestival im Ruhrgebiet, hatte Intendantin Stefanie Carp die schottische Band Young Fathers eingeladen – einen offiziellen Unterstützer der BDS-Kampagne.

Dafür hat Carp viel Kritik bis hin zu Antisemitismus-Vorwürfen
einstecken müssen. Schließlich hat sie die Band wieder ausgeladen, dann wieder eingeladen… und am Ende sind die Young Fathers von sich aus nicht gekommen. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet übrigens auch nicht – aus Kritik an der Einladung.

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