Arbeit ist Arbeit, Freizeit ist Freizeit. Oder? Wir reden aber einfach gerne in der Freizeit mit Freundinnen und Freunden auch über den Job. Und das kann in Ordnung sein.
Im Idealfall ist es gut, Arbeit und Freizeit voneinander zu trennen. Doch die wenigsten von uns schaffen das.
Und: Dass wir in Freundschaften auch über unsere Berufe sprechen, kann auch was Gesundes sein, sagt die Arbeitspsychologin Laura Venz von der Leuphana Universität Lüneburg.
"Freunde und Freundinnen sind eine ganz wichtige Quelle, Dinge einzuordnen, nochmal nachzufragen."
Laura Venz forscht unter anderem zur Erholung von der Arbeit. Das Gespräch mit Freund*innen über die Arbeit kann uns Rückhalt geben, wenn wir über Konflikte oder Frust im Job reden. Sie sind genauso wichtig, um andere Perspektiven einzubringen.
Auch über die Arbeit darf geredet werden
Außerdem beschäftigt uns die Arbeit, positiv und negativ. Wir wollen unsere Gedanken gerne mit Freund*innen teilen.
"Der Gossip auf der Arbeit und natürlich auch der Chef und so weiter. Wie das so läuft."
Aber es ist auch okay, nicht über den Job zu sprechen. Das heißt nicht, dass die Freundschaft dann nicht funktioniert, sagt Arbeitspsychologin Laura Venz. Denn anders als bei den Kolleg*innen suchen wir uns unsere Freund*innen aus.
Es gibt Freund*innen, mit denen wir gut und gerne über berufliche Themen sprechen. Vielleicht, weil es inhaltlich passt. Die andere Person einen spannenden Job hat oder wir Themen wie Belastung, Teamarbeit oder auch Weiterbildung teilen. Aber wenn wir nicht über den Job sprechen, stellt das nicht die Freundschaft in Frage.
Job-Talk kann, muss aber nicht sein
Wichtig ist, dass Freund*innen beim Job-Talk ungefähr gleichwertig beteiligt sind, sagt Arbeitspsychologin Laura Venz. Eine Person sollte nicht permanent über den Job sprechen und die anderen hören zu.
"Wenn ich der Mülleimer für die Probleme meiner Freund*innen werde, und zwar immer, dann ist das problematisch. Dann leidet vor allem die Freundschaft."
Alle müssen sich auf den Job-Talk einlassen wollen und gleichmäßig beteiligt sein. Gelingt das, kann die Arbeit definitiv ihren Platz in Gesprächen mit Freund*innen haben – und sogar positive Effekte.
