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Gerade nach dem Mittagessen kann es passieren: Die Augen fallen zu, wir fühlen uns schwer und würden uns gerne kurz hinlegen. Aktuelle Forschung zeigt, was ein Mittagsschläfchen bewirken kann.

Wie viele Menschen in Deutschland halten eigentlich Mittagsschlaf? Das wollte die Krankenkasse Pronova BKK wissen. Sie hat 2024 eine Online-Umfrage durchgeführt, an der 2.000 Erwachsene teilgenommen haben.

Diese wurden gefragt, an wie vielen Tagen sie in einer normalen Woche Mittagsschlaf machen. 15 Prozent der Befragten sagen: an fünf bis sieben Tagen, 12 Prozent geben an, dass sie an drei bis vier Tagen Mittagsschlaf machen, 27 Prozent sagen an ein bis zwei Tagen und 46 Prozent geben "an keinem Tag" an. Bei dieser Online-Befragung waren die Mittagsschläfer*innen also in der Überzahl.

Mittagsschlaf und Denkvermögen

Eine ältere repräsentative Studie aus Deutschland zeigt ein ähnliches Bild: Gut jede fünfte Person gab an, sie würde an mindestens zwei Tagen wöchentlich einen Mittagsschaf machen. In dieser Studie hat sich außerdem gezeigt, dass mit zunehmendem Alter immer mehr Menschen Mittagsschlaf machen. Aber was kann das kleine Schläfchen zur Mittagszeit bewirken?

Forschende aus Freiburg und Genf wollten herausfinden, ob schon ein kurzer Mittagsschlaf die Kommunikation zwischen den Nervenzellen im Gehirn normalisieren kann. Das ist nämlich ein sehr wichtiger Prozess, der im Gehirn stattfindet, während wir nachts schlafen.

Schläfchen, das für Ordnung sorgt

Schlafforscherin Christine Blume erklärt ihn anhand eines Beispiels: "Für die Veränderungen im Tagesverlauf benutze ich gern das Bild einer Schulklasse bei der die Lehrerin zu spät kommt: da fangen erst zwei, drei an, zu reden. Irgendwann reden alle laut und wild durcheinander." In diesem Bild ist jeder Schüler und jede Schülerin eine Nervenzelle. Ohne Ordnung wird wild durcheinander kommuniziert.

"Den Schlaf können wir uns vorstellen wie die Lehrerin, die dann doch noch kommt. Sie findet totales Chaos vor, schafft es aber Ordnung ins Geschehen zu bringen, sodass alle auch wieder gut lernen können."
Dr. Christine Blume, Schlafforscherin, Universität Basel

Diese Prozesse, die im Gehirn während des Schlafs stattfinden, waren bereits bekannt.

45 Minuten reichen aus

Die Forschenden aus Basel und Genf haben nun aber herausgefunden, dass schon ein 45-minütiges Schläfchen ausreicht, um die Stärke der Nervenzellenverbindungen zu reduzieren. Außerdem konnte das Gehirn nach dem Nickerchen auch besser wieder neue Verbindungen zwischen Nervenzellen bilden.

"Das heißt, das Gehirn war wieder besser auf das Lernen neuer Inhalte vorbereitet."
Dr. Christine Blume, Schlafforscherin, Universität Basel

Außerdem weiß man aus vorheriger Forschung, dass ein Mittagsschlaf viele Menschen wacher macht, die Stimmung hebt und die kognitive Leistungsfähigkeit verbessert.

Warum trotzdem nicht jeder nun jeden Tag mittags schlafen sollte und ob ein Nickerchen Geistesblitze befördern kann, darum geht es in dieser Folge Über Schlafen mit Ilka Knigge und der Schlafforscherin Christine Blume.

Wir freuen uns über euer Feedback und Themenvorschläge an ueberschlafen@deutschlandfunknova.de.

Shownotes
Mittagsschlaf
Kurz nappen, besser denken?
vom 24. März 2026
Moderation: 
Ilka Knigge
Gesprächspartnerin: 
Dr. Christine Blume, Schlafforscherin an der Uni Basel
  • Mittagsschlaf und Powernap
  • Die Effekte von Mittagsschlaf
  • Mythencheck: Kann uns Mittagsschlaf noch müder machen?
  • Tipps für den perfekten Mittagsschlaf
Unsere Quellen: