Was hat Ramstein in Rheinland-Pfalz mit dem Irankrieg zu tun? Die Vereinigten Staaten nutzen den Luftwaffenstützpunkt dort strategisch. Dabei ist die US-Militärbasis nur eine von vielen weltweit. Das hat historische Gründe – aber nicht nur.
Die USA und Israel fliegen seit Ende Februar Angriffe auf den Iran. Eine wichtige Rolle dabei spielen auch US-Militärbasen, von denen es weltweit 800 in rund 80 Ländern gibt.
30.000 Stationierte in Deutschland
Nicht nur in Deutschland, sondern überall auf der Welt verteilt: zum Beispiel in der Karibik, vor der chinesischen Küste und im Nahen Osten. Die meisten US-Soldat*innen sind in Japan und Deutschland stationiert. Allein hierzulande sind es mehr als 30.000.
Win-win, aber für wen eigentlich?
Das geht zurück auf den Zweiten Weltkrieg. Nach dem Sieg der Alliierten besetzten die USA ganz Japan und Teile Deutschlands. Während die Besatzung endete, blieben die US-amerikanischen Militärbasen zurück. Die waren im Kalten Krieg weiterhin nützlich für die Vereinigten Staaten.
Im Gegenzug erhielten Japan und Deutschland Schutz durch die USA vor der Sowjetunion. Außerdem schufen die Militärbasen Arbeitsplätze vor Ort. Win-win für alle Beteiligten also.
Deutsche Militärstützpunkte sind im Irankrieg involviert
Auch heute, lange nach dem Kalten Krieg, sind Militärstützpunkte weiterhin von strategischer Bedeutung. So sollen beispielsweise die Raketen, die das US-Militär auf den Iran abfeuerte, über die Basis in Ramstein per Flugzeug zu den US-Basen im Nahen Osten transportiert worden sein, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Tobias Blum.
Auch zur Abschreckung gegen Russland und China sind die Militärstützpunkte in Europa für die USA von großer Bedeutung. In den meisten Fällen schließen die USA Verträge mit den betroffenen Ländern ab. Auf Kuba oder in Syrien wurden die Stützpunkte jedoch ohne Zustimmung errichtet.
Doch selbst mit dem Go der jeweiligen Länder kam es in der Vergangenheit auch schon zu kurzfristigen Räumungen von ausländischen Militärstützpunkten. Zum Beispiel weil eine neue Regierung an die Macht kam, wie vor zwei Jahren in Niger oder beim Rückzug aus Afghanistan.
USA müssen Länder um Erlaubnis bitten
Trotz Vertrag müssen die USA außerdem vor jeder Militäraktion Gastgeberländer um Erlaubnis fragen, da der Luftraum über der Basis zum jeweiligen Land gehört.
Die USA sind dabei nicht die einzigen, die diese Militärstrategie fahren. Auch andere Länder setzen auf die Taktik ausländischer Militärstützpunkte. Weltweit gibt es mehr als 1000 solcher Militärstützpunkte.
Machtdemonstration und Abschreckung
Russland etwa unterhält viele Militärbasen in ehemaligen Sowjetstaaten sowie in Afrika. Auch Deutschland betreibt ausländische Militärstützpunkte. Im April 2025 wurde beispielsweise ein neuer deutscher Stützpunkt in Litauen eingeweiht. Ziel ist es, das NATO-Gebiet besser gegen mögliche russische Angriffe abzusichern.
Ursprünglich waren die Militärbasen mal als Machtdemonstration und zur strategischen Abschreckung gedacht. Im aktuellen Irankrieg werden die US-Außenstützpunkte zunehmend durch die islamische Republik ins Visier genommen.
Mit den Angriffen auf US-Militärstützpunkte in den kurdischen Gebieten im Irak oder den Golfstaaten wird deutlich: Die US-Militärbasen machen die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten auch angreifbar.
