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Es werden lange Nächte: Die Fußballweltmeisterschaft der Männer findet in den USA, Mexiko und Kanada statt. Durch die Zeitverschiebung liegt so mancher Anpfiff für uns mitten in der Nacht. Wie halten wir durch?

Es gibt Menschen, die haben gar keine Probleme damit, ihre Augen offen zu halten, selbst wenn manche Spiele der FIFA WM erst spät beginnen. Andere kämpfen schon um 21 Uhr mit der Müdigkeit. Schlafforscherin Christine Blume von der Uni Basel betont: Der Chronotyp macht den Unterschied.

"Im Lauf des Abends schaltet irgendwann die innere Uhr in unserem Gehirn von 'Tag' auf 'Nacht', dann beginnt der Körper, sich auf den Schlaf einzustellen – bei manchen passiert das früher, bei anderen später."
Dr. Christine Blume, Schlafforscherin an der Uni Basel

Diejenigen, bei denen der Körper früh auf Nacht umstellt, werden oft als 'Lerchen' bezeichnet. Wollen sie ein Spiel schauen, das erst spät am Abend angepfiffen wird, können sie sich mit ein paar einfachen Tricks helfen, länger wach zu bleiben:

  • Kaffee: Koffein blockiert ein Müdigkeitssignal im Gehirn, den Effekt spüren und nutzen viele von uns ja auch im Alltag. "Allerdings hält die Wirkung auch einige Zeit an. Das ist möglicherweise nicht ideal, wenn man dann doch irgendwann schlafen will", sagt Dr. Christine Blume, Schlafforscherin an der Uni Basel.
  • Frische, kalte Luft: Kälte ist ein Wachmacher. In der warmen Jahreszeit ist das vielleicht nicht ganz einfach. "Man kann sich auch mit kalten Waschlappen behelfen oder kaltem Wasser, das man sich über die Unterarme laufen lässt", empfiehlt die Schlafforscherin.
  • Bewegung: Aktivität macht auch wach – deswegen lieber aufrecht hinsetzen oder aufstehen, statt auf der Couch zu lümmeln, um durchzuhalten.
"Tageslicht macht wach. Ich würde den Kaffee wohl einfach mit auf den Balkon nehmen."
Dr. Christine Blume, Schlafforscherin an der Uni Basel

Haben wir das Spiel zu Ende geschaut und noch ein paar wenige Stunden Schlaf bekommen, klingelt am nächsten Morgen trotzdem gnadenlos der Wecker. Aber auch da hat die Schlafforscherin einige Vorschläge zum Durchhalten:

  • Tageslicht: Dr. Christine Blume rät, das morgendliche Heißgetränk ans Fenster oder auf den Balkon mitzunehmen. Damit hat man gleich zwei Effekte genutzt: Koffein und Helligkeit.
  • Durchhalten: "Im Laufe des Vormittags wird es wahrscheinlich besser mit unserer Müdigkeit, denn dann fördert der Körper mehr Wachheit", sagt Dr. Christine Blume.
  • Mittagsschlaf: Nach einer kurzen Nacht ist ein kleiner Mittagsschlaf auf jeden Fall eine gute Idee. Idealerweise eher am frühen Nachmittag und nicht zu ausgiebig. Die Schlafforscherin empfiehlt einen Powernap von 20 bis maximal 30 Minuten. Wer länger schläft, läuft Gefahr, hinterher erschöpfter zu sein als zuvor.

In dieser Folge "Über Schlafen" sprechen Schlafforscherin Christine Blume und Moderatorin Ilka Knigge auch darüber, ob es sinnvoll ist, bei späten Spielen "vorzuschlafen" und einen frühen Wecker zu stellen – oder ob man besser lange wach bleibt und durchhält.

Wir freuen uns über euer Feedback und Themenvorschläge an ueberschlafen@deutschlandfunknova.de.

Shownotes
WM-Nächte
Fit bleiben trotz wenig Schlaf
vom 16. Juni 2026
Moderation: 
Ilka Knigge
Gesprächspartnerin: 
Dr. Christine Blume, Schlafforscherin, Uni Basel
  • Trotz Müdigkeit nachts durchhalten
  • Was nachts im Körper passiert
  • Wie halten wir den nächsten Tag durch?
  • Mythencheck: Drei Mythen über schlaflose Nächte
  • Tipps für kurze Nächte
Unsere Quellen:
  • Brunner, D. P., et al. (1993). Repeated partial sleep deprivation progressively changes in EEG during sleep and wakefulness. Sleep, 16(2).
  • Einspänner, E., et al. (2026). A multimodal 7T MRI and biomarker study reveals reversible brain changes following acute sleep deprivation. Sleep Medicine, 137.
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  • Zitting, K. M., et al. (2018). Young adults are more vulnerable to chronic sleep deficiency and recurrent circadian disruption than older adults. Sci Rep, 8(1).
  • Ziebertz, C. M., et al. (2017). The effect on sleep of being on-call: an experimental field study. J Sleep Res, 26(6).
  • Born, J., et al. (1999). Timing the end of nocturnal sleep. Nature, 397(6714).
  • Combertaldi, S. L., et al. (2022). The Intention to React to Sounds Induces Sleep Disturbances and Alters Brain Responses to Sounds during Sleep: A Pilot Study. Clocks & Sleep, 4(4).
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  • Yamazaki, E. M., et al. (2021). Residual, differential neurobehavioral deficits linger after multiple recovery nights following chronic sleep restriction or acute total sleep deprivation. Sleep, 44(4).