Jetzt hat das Team einer Studie im Journal of Applied Ecology einen Trick gefunden, um die Rehe von jungen Bäumen abzuhalten: mit dem Duft von Raubtieren. Das haben die Forschenden getestet - und zwar im Bayerischen Wald. Dort haben sie verschiedene Waldstücke präpariert mit Urin und Kot von Wölfen und Luchsen - und zum Vergleich auch mit Kuh-Dung und ganz normalem Wasser.
Ergebnis: Rehe und Hirsche gingen weniger an junge Bäumchen, wenn es dort nach Raubtier roch. Dabei schreckte der Luchs-Geruch noch mehr ab als der vom Wolf. Das könnte entweder daran liegen, dass Rehe den Lauerjäger Luchs gefährlicher finden - oder vielleicht auch daran, dass es im Testzeitraum mehr Luchse im Bayerischen Wald gab als Wölfe.
Jedenfalls sagen die Forschenden, dass große Raubtiere eine wichtige Rolle dabei spielen können, um das Anknabbern der Bäumchen durch Rehe und Hirsche zu verringern. Die Wiederansiedlung von Wolf und Luchs bei uns könnte eine entscheidende, natürliche Möglichkeit sein, um Wälder zu schützen und auch die biologische Vielfalt.
