In Dating-Apps kann man ganz gut schummeln: Man kann sich jünger machen oder älter, man kann sein Foto bearbeiten - oder Liebes-Nachrichten von einer KI schreiben lassen.

Ein Forscher aus Bremen hat jetzt untersucht, welche Auswirkungen Chatbots auf die Partnersuche im Netz haben. Er hat Interviews mit 45 Nutzerinnen und Nutzern von Dating-Apps geführt und dabei kam raus: Viele, die KI nutzen, tun das nicht, um zu täuschen, sondern, weil sie das Gefühl haben, ihr "wahres Selbst" damit besser ausdrücken zu können. Wer aber erfuhr, dass romantische Nachrichten von einer KI stammten, war oft enttäuscht und verlor das Vertrauen.

Der Forscher wünscht sich deshalb mehr Transparenz. Zum Beispiel freiwillige Möglichkeiten, den Einsatz von KI offenzulegen. Gleichzeitig müssten Nutzerinnen und Nutzer lernen, kritisch mit digitaler Kommunikation umzugehen. Am Ende bleibt halt die Frage: Wenn Menschen sich in Worte verlieben, die von einer KI mitformuliert wurden, in wen oder was verlieben sie sich eigentlich?