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Wie entstand das Königreich Israel? Welche Rolle spielten Tempel, Exil und König David? Eine Spurensuche zwischen Altem Testament und Archäologie. Zwei Theologen, ein Historiker und eine Archäologin blicken auf dieses historische Kapitel.

Für die Geschichte des Königreichs Israel wird, neben archäologischen Befunden, vor allem das Alte Testament der Bibel als Quelle herangezogen. Demnach waren es Nomaden, die aus Mesopotamien, dem biblischen Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris eingewandert sind. Heute liegt dieses Gebiet in der Türkei, im Irak und in Syrien.

Laut Bibel gehörten zu diesen Nomaden Abraham, Isaak und Jakob, die drei "Erzväter" des Volkes Israel. Etwa um 1300 v. Chr. habe es zwölf Stämme gegeben, aus denen sich das Volk Israel zusammengesetzt habe.

Eine der wenigen archäologischen Quellen ist eine Siegesstele des ägyptischen Pharaos Merenptah. Dort wird um 1210 v. Chr. eine Menschengruppe in Kanaan erwähnt, die als Stamm Israel bezeichnet wird.

Jerusalemer Tempel – religiöses Zentrum des antiken Judentums

Ein wichtiger Bestandteil der jüdischen Identität ist der Tempel in Jerusalem. Dieses einst zentrale Heiligtum soll zweimal zerstört worden sein.

Ein erstes Mal im 6. Jahrhundert v. Chr., als die Neubabylonier unter Nebukadnezar II. in Jerusalem einfielen und einen Teil der jüdischen Oberschicht ins babylonische Exil verschleppten.

Ein an der selben Stelle neu errichteter Tempel wurde dann später wieder zerstört, dieses Mal von den Römern, als sie 70 n. Chr. die Stadt eroberten.

König David – historische Persönlichkeit oder alttestamentarische Figur?

Der erste Tempel ist archäologisch nicht eindeutig nachweisbar. Ebenso ist unklar, was an der Erzählung über König David und sein Sohn Salomo historische Fakten oder lediglich Fiktionen der alttestamentarischen Bibel sind. Sicher ist der zweite Tempel, der etwa nach der babylonischen Gefangenschaft 539 v. Chr. gebaut wurde.

Unter dem Klientelkönig Herodes wurde er modernisiert – daher auch die Bezeichnung herodianischer Tempel". Und im Jahr 70 n. Chr. dann erneut zerstört. Von diesem zweiten Tempel steht heute noch die Umfassungsmauer. Es ist die Klagemauer, für das Judentum eine der wichtigsten religiösen Stätten in Jerusalem.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Die deutsch-israelische Archäologin Katharina Galor beschäftigt sich mit Mythos und Wahrheit beim ersten Tempelbau.
  • Der Tübinger Theologe und Leiter des Instituts für antikes Judentum, Michael Tilly, erläutert den Beginn des Judentums.
  • Der Berliner Theologe Bernd Schipper erklärt wesentliche Aspekte der vorchristlichen Geschichte Israels.
  • Der Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Dr. Matthias von Hellfeld beschreibt einige alttestamentarische Aspekte des Königreichs Israel.
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Veronika von Borries fasst zusammen, was über den Tempelbau durch Davids Sohn Salomo in der Bibel steht.

Das Foto im Banner weiter oben zeigt die Davidsstadt – eine wichtige archäologische Fundstelle in Ostjerusalem. Einige Forschende vermuten, dass es sich bei dieser archäologischen Stätte um das antike Jerusalem aus der Zeit vor dem babylonischen Exil handelt.

Shownotes
1000 vor Christus
Das Judentum und der Monotheismus
vom 22. Mai 2026
Moderation: 
Steffi Orbach
Gesprächspartner: 
Dr. Matthias von Hellfeld, Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Veronika von Borries fasst zusammen, was über den Tempelbau durch Davids Sohn Salomo in der Bibel steht.
  • Die deutsch-israelische Archäologin Katharina Galor beschäftigt sich mit Mythos und Wahrheit beim ersten Tempelbau.
  • Der Tübinger Theologe und Leiter des Instituts für antikes Judentum, Michael Tilly, erläutert den Beginn des Judentums.
  • Der Berliner Theologe Bernd Schipper erklärt wesentliche Aspekte der vorchristlichen Geschichte Israels.