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Weg von der monogamen Zweier-Beziehung hin zu neuen Entwürfen der Liebe – dahin führt uns Journalistin Şeyda Kurt in ihrem Buch "Radikale Zärtlichkeit". Dabei hat sie keinen Ratgeber für offene Beziehungen geschrieben, sondern eine politische und historische Analyse unserer Beziehungsmodelle. In Eine Stunde Liebe erklärt Şeyda Kurt, warum es sich für uns lohnt, neue Wege abseits der Liebesnormen auszuprobieren.

Es gehe ihr um "eine gesamtgesellschaftliche Veränderung, sagt die Journalistin Şeyda Kurt. Eine gerechte Gesellschaft frei von Unterdrückung, ohne Rassismus, ohne Kapitalismus, ohne Patriarchat, ohne Sexismus."

"Dabei möchte ich auch, dass unsere Beziehungen, unsere Freund*innenschaften, Partner*innenschaften genauso befreit sind von den Unterdrückungsverhältnissen."
Şeyda Kurt, Autorin "Radikale Zärtlichkeit"

Erste Zweifel an der romantischen Zweier-Beziehung hatte Şeyda Kurt nach der Trennung ihrer Eltern kurz vor ihrem Abitur. Sie fühlte sich damals wie unter einem Sandberg begraben. Angefangen bei diesem biografischen Einstieg macht sich Şeyda Kurt in "Radikale Zärtlichkeit" auf die Suche nach der Frage: Was ist Liebe?

Antworten darauf findet die Journalistin unter anderem in ihrem Studienfach Philosophie, in einem fiktiven Interview mit Karl Marx oder auch in der Analyse ihrer eigenen Erfahrungen mit offenen Beziehungen.

Warum Monogamie einen kolonialen und rassistischen Hintergrund hat

In Eine Stunde Liebe erklärt Şeyda Kurt wie eine neue Sprache der Zärtlichkeit klingen kann. Sie beschreibt zudem, warum die Monogamie einen kolonialen und rassistischen Hintergrund hat.

"Wenn Menschen denken, romantische Liebe sei keine politische Sphäre, ist das ein strukturelles Privileg, wenn man von politischen Entwicklungen nicht betroffen ist."
Şeyda Kurt, Autorin "Radikale Zärtlichkeit"

Liebestagebuch: Über Erfahrungen mit Polyamorie

Dazu erzählt Sascha im Liebestagebuch von seinen Erfahrungen mit Polyamorie. Er hat im Moment zwei Partnerinnen. Mit Mia lebt er zusammen in einer Wohnung, aber Tamara ist auch Teil der Beziehung. Sascha erklärt, was polyamor sein für ihn bedeutet und wie er diese Form der Partnerschaft für sich entdeckt hat.