Kekse, Glühwein, Fondue: Nach den Feiertagen liegen die Leckereien vielen schwer im Magen. Doch war die Dezember-Schlemmerei wirklich so schlimm? Leider ja. Die gute Nachricht: Körper und Gesundheit verzeihen schnell – wenn wir ein paar Dinge beachten.
Der Dezember ist in unseren Breitengraden der Monat des Überflusses. Das ist weder Klischee noch Gefühl, sondern statistisch klar belegt. Das Statistische Bundesamt hat sich die Verkaufszahlen für Ende 2023 und Anfang 2024 angesehen und festgestellt: Im Dezember haben die Supermärkte fast 25 Prozent mehr Fleisch verkauft als im Jahresdurchschnitt, außerdem 35 Prozent mehr Alkohol und über 40 Prozent mehr Süßkram. Und das war kein Ausrutscher, sondern ist die Regel, sagt Julia Demann aus dem Deutschlandfunk-Nova-Wissensteam. Sie hat zur Dezember-Schlemmerei recherchiert.
Zum Jahresende schlemmen wir mehr als sonst
Offensichtlich futtern und trinken wir auch vieles davon direkt auf, denn internationale Studien zeigen, dass wir den Großteil unserer Kilos zum Jahresende zunehmen, sagt die Reporterin.
Doch dass die Hose etwas kneift oder das Hemd nach Weihnachten und Silvester spack sitzt, ist nicht das Problem, sondern, dass sich der übermäßige Konsum von Zucker, Fett und Alkohol bereits nach kurzer Zeit auf unsere Gesundheit auswirkt. "Die Blutfette steigen an, die Insulinempfindlichkeit nimmt ab, der Blutdruck steigt – unsere Organe leiden darunter", erklärt Julia Demann. Hinzu komme, dass wir uns in der Zeit eher wenig bewegen.
Ohne Verzicht geht es nicht
Das klingt alles sehr nach einer Aufzählung, die uns ein schlechtes Gewissen machen soll. Darum geht es aber nicht. Denn hier kommt die gute Nachricht: Unser Körper kann sich ganz gut wieder regenerieren, sagt Julia Demann. Allerdings scheint das nicht ganz ohne Verzicht zu Jahresanfang zu gehen.
So gesehen seien selbstlimitierende Challenges ganz sinnvoll, wie der Dry January und Veganuary – also, wenn wir im Januar keinen Alkohol beziehungsweise keine tierischen Produkte konsumieren. Und so spiegelt sich der Verzicht direkt in der Statistik wider: Im Januar 2024 wurde über 30 Prozent weniger Alkohol gekauft als im Jahresdurchschnitt davor; außerdem haben wir knapp 30 Prozent weniger Fleisch und über 40 Prozent weniger Süßkram gekauft.
"Viele von uns scheinen im Januar genug von dem Zeug zu haben und ernähren sich erst mal wieder gesünder."
Und so ist die gute Nachricht, dass sich der Verzicht bereits nach wenigen Wochen positiv auf unsere Gesundheit auswirkt, sagt Julia Demann. "Die Gefäße werden wieder elastischer und auch der Blutdruck, die Blutfettwerte und der Blutzucker können sich wieder regulieren."
"Ein Monat Verzicht kann schon viel bewirken. Dann kann sich die Leber von Alkohol und Süßkram erholen."
Wichtig ist dabei, fügt die Wissensreporterin hinzu, zusätzlich auf Bewegung zu setzen. Wenn die Fitnessstudios und Sportkurse im Januar also besonders voll sind, kann es also auch helfen eine Runde durch den Park zu joggen. Denn klar ist: Jeder Monat Sport zählt. Doch dranbleiben ist noch mal empfehlenswerter. Laut Forschung braucht es im Schnitt zwei Monate, um eine neue Gewohnheit zu etablieren. Wie wir das hinkriegen? Das lest und hört ihr hier.
