Mit dem Handy schnell Geld an der Börse verdienen, klingt verlockend. Noch schneller, so die Hoffnung, geht es beim Daytrading. Da wird zum Teil im Minuten­takt gehandelt. Doch Studien zeigen: Die meisten Anleger verlieren dabei Geld.

Schnelles Geld verdienen, ist verlockend und scheint mit Apps für Daytrading ganz leicht zu sein. Dabei kauft und verkauft man Aktien innerhalb eines Tages mit dem Ziel, Gewinne aus den Kursschwankungen mitzunehmen. "Gerade im Daytrading kommen auch Turbo-Zertifikate zum Einsatz. Das sind sogenannte Hebelprodukte, die verstärken kleine Preisänderungen nach oben, aber eben auch nach unten", sagt Naïma Kunze. Sie hostet die ARD-Finanz-Service-Serie "50k".

Hohe Verluste bei Daytrading

Nur: Rund drei Viertel der Anleger, die mit solchen Produkten handeln, verlieren Geld, sagt Naïma Kunze und bezieht sich auf die Bankenaufsicht Bafin. Allerdings würden in Deutschland von den Menschen, die ihr Geld in Aktien anlegen, nur wenige Daytrading praktizieren.

"Nur eine Minderheit macht damit echt dauerhaft Geld."
Naïma Kunze, Host von "50k"

Das Verlustrisiko bei Daytrading mit Turbo-Zertifikaten ist sehr groß, sagt Naïma Kunze. Bei diesen Turbo-Zertifikaten wette man auf steigende oder fallende Kurse mit eingebautem Verstärker. Kleinanleger in Deutschland, die das nur nebenbei machen, hätten innerhalb von vier Jahren 3,4 Milliarden Euro verloren. Hinzu kommt die Suchtgefahr durch die Trading-Apps.

"Wenn man ständig nur noch daran denkt, was im Depot grade passiert, die Kurse im Minutentakt checkt oder irgendwelche Termine verpasst, dann sollten die Alarmglocken klingeln."
Naïma Kunze, Host von "50k"

Daytrading per App kann wie Glücksspiel problematisches Suchtverhalten hervorrufen. Wenn Daytrading den Alltag bestimmt, zur Hauptbeschäftigung wird, Kurse im Minutentakt beobachtet werden und die sozialen Kontakte in den Hintergrund geraten, dann ist eine Grenze erreicht. Zwanghaftes Handeln trotz Verlusten und Kontrollverlust können zu Stress, Schlaflosigkeit und Konflikten führen, sagt Naïma Kunze.

Sichere Geldanlage mit hohen Renditen: ETF

Wer nicht die Zeit und das Wissen hat, sich ständig auf dem Aktienmarkt zu bewegen und die Wertpapiere richtig einzuordnen, sollte lieber die Finger vom Daytrading und Trading-Apps lassen. Für Laien eignen sich am besten Indexfonds (Exchange Traded Funds ETF). In den Fonds wird das Geld auf viele verschiedene Wertpapiere angelegt und das Risiko durch die Streuung verringert. Langfristig bringen ETF die höchste Rendite, auch wenn zwischenzeitlich eine Aktie im Kurs abschmiert.

Wer Geld übrig hat für riskante Spekulationen und den Verlust gut verkraften kann, sollte sich dennoch ein festes Limit setzen, rät Naïma Kunze. Dabei helfen Stop-Loss-Orders, das sind automatische Verkaufsaufträge, bei denen vorher festgelegt wird, ab welchem Kursverlust die Aktie verkauft wird. Dadurch lassen sich große Verluste vermeiden und Risiken besser kontrollieren, sagt Naïma Kunze.

Tipps gegen problematisches Trading:

  • Pausen einlegen
  • Offen mit Freunden und Familie über das Traden sprechen
  • Sobald Traden zur Belastung wird, sofort aufhören
Shownotes
Börse
Daytrading ist mehr Glückspiel als Geldanlage
vom 14. April 2026
Moderator: 
Markus Dichmann
Gesprächspartnerin: 
Naïma Kunze, Host von "50k"