Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs beraten über die weitere Corona-Strategie. Dass ein Ende des aktuell geltenden Teil-Lockdown kommt, ist unwahrscheinlich. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen bleibt hoch, deshalb ist mit strengeren Maßnahmen zu rechnen.

Bislang macht sich der Teil-Lockdown noch nicht bemerkbar. Das Robert-Koch-Institut meldet weiterhin hohe Neuinfektionszahlen: Am 16. November sind es 10.800 neue Fälle binnen der vergangenen 24 Stunden. "Das sind zwar deutlich weniger als am Montag vor einer Woche. Aber das Niveau ist noch hoch", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Jakob Vogel.

"Bislang macht sich der Wellenbrecher-Lockdown noch nicht bemerkbar. Die Neuinfektionszahlen bleiben hoch."
Jakob Vogel, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Die 7-Tages-Inzidenz liegt aktuell bei 143 neuen Fällen pro 100.000 Einwohnern und Einwohnerinnen binnen einer Woche. Der Wert gilt als Grundlage, um die Entwicklung der Pandemie einschätzen zu können. Der bleibt weit entfernt von einem Inzidenz-Wert von 50 Fällen, der angestrebt wird. Bei diesem Wert ist es für die Gesundheitsämter möglich, zeitnah Kontakte von Corona-Infizierten nachzuverfolgen, um die Pandemie weiter eindämmen zu können, so die Bundesregierung.

Neue Kontaktbeschränkungen und Quarantäne-Regeln

Bei der Schalte zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten und -präsidentinnen werden verschiedene Punkte diskutiert:

  • Nochmal strengere Regeln bei den Kontaktbeschränkungen im privaten als auch im öffentlichen Raum,
  • neue Empfehlungen zu Quarantäne-Regeln,
  • Anpassung der Situation an den Schulen,
  • vergünstigte FFP2-Masken für Risiko-Gruppen ab Dezember.

Strengere Kontaktbeschränkungen kann bedeuten, dass wir uns draußen nur noch mit Personen aus dem eigenen Haushalt treffen dürfen - plus maximal zwei weiteren Personen aus einem anderen Haushalt. Bislang dürfen sich in der Öffentlichkeit maximal zehn Personen aus zwei Haushalten treffen.

Festlegen auf einen weiteren Haushalt

Auch im privaten Bereich könnten die Beschränkungen strenger werden: Nämlich, dass man sich nur noch mit Freunden und Freundinnen sowie Bekannten aus einem festgelegten weiteren Haushalt treffen darf. Private Feier könnten aufs Erste ganz gestrichen werden - zumindest bis Weihnachten.

Bezüglich neuer Quarantäne-Regeln möchte der Bund, dass sich Personen mit Erkältungssymptomen selbst in Quarantäne begeben. Zumindest für fünf bis sieben Tage bis die Symptome abgeklungen sind. Die Krankschreibung soll telefonisch über den Hausarzt laufen. Zugleich sollen die Gesundheitsämter bei einem Corona-Ausbruch ganze Cluster in Quarantäne schicken, eben weil die Kontaktverfolgung nicht mehr gut funktioniert.

"Der Bund wünscht sich, dass wer Erkältungssymptome hat, vor allem Husten oder Schnupfen, soll sich sofort selbst in Quarantäne begeben – für fünf bis sieben Tage bis die Symptome abklingen."
Jakob Vogel, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Was die Bundesregierung und Länderchefs tatsächlich beschließen werden, ist noch offen. Von der Bundesregierung gibt es eine Beschlussvorlage, die beschriebenen Verschärfungen vorsieht. Theo Geers aus dem Dlf-Hauptstadtbüro sieht eine Grundtendenz bei Regierung und vielen Länderchefs: Dass die Maßnahmen der vergangenen zwei Wochen nicht ausreichen, um die Infektionszahlen deutlich zu senken und damit Druck von den Krankenhäusern zu nehmen und ausreichend Intensivbetten für Covid19-Erkrankte vorzuhalten.

Theo Geers, Dlf-Hauptstadtbüro
"Der Inzidenzwert von 50 ist entscheidend, um Infektionskontakte nachvollziehen zu können und genug Intensivbetten zu haben."

Hinweis: Was die Bund-Länder-Schalte ergibt, darüber informieren wir euch weiterhin. Aktuelle Informationen findet ihr bei den Dlf-Nova-Nachrichten und bei den Nachrichten des Deutschlandfunks.