2015 gibt die Afroamerikanerin Rachel Dolezal ein TV-Interview. Sie ist damals Mitglied der NAACP, eine der ältesten und einflussreichsten schwarzen Bürgerrechtsorganisationen. Dann fragt der Journalist plötzlich: Sind Ihre Eltern Weiße? Rachel bricht das Interview ab, aber es ist raus. Sie ist gar nicht schwarz. Sie ist weiß. Aber Rachel sagt: Ich fühle mich wie eine Schwarze, also bin ich eine Schwarze.

"Könnte es vielleicht sein, dass sie wirklich eine Schwarze ist? Bei Transsexuellen spricht man von transgender und cisgender. Ich frage mich, ob nicht manche Menschen cisblack oder transblack sind?"
Die schwarze Journalistin Melissa Harris Perry stellte sich diese Frage in einer Sendung über Rachel Dolezal.

Alice Hasters hätte gerne mit Rachel Dolezal persönlich gesprochen, aber dazu kam es nicht. Eine Frage bleibt für Alice nämlich offen: Wieso will Rachel verändern, wer schwarz oder weiß sein darf? Anstatt zu verändern, was "schwarz sein" und "weiß sein" an sich bedeutet? "Denn", sagt Alice, die selber schwarz ist, "schwarz sein bestimmt doch nicht, wer ich bin. Ich bestimme, was schwarz sein bedeutet."