Menschen, die enge Freunde haben, fühlen sich glücklich, gesund und es geht ihnen potenziell besser als denjenigen, die nicht so zufrieden sind mit ihren sozialen Beziehungen.

Die Menschen fühlen sich nicht nur psychisch, sondern auch körperlich besser. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die im Journal of Mental Health erschienen ist. Die Daten, die für die Untersuchung genutzt wurden, stammen aus der sogenannten Global Flourishing Study, für die mehr als 200.000 Menschen weltweit befragt wurden. "Das gilt also kulturübergreifend”, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Nora Wilker.

"Die Person meldet sich immer dann, wenn ich es gerade brauche."
Elisa, bei einer Straßenumfrage in Berlin

Menschen bei einer Umfrage in Berlin fühlen dieses Ergebnis. Elisa etwa bekommt ganz von alleine Support angeboten, sagt sie: "Wenn ich gerade eine schwierige Situation habe, dann kriege ich da von alleine Unterstützung angeboten, was ich jetzt – als ein bisschen stolzer Mensch – nicht eingefordert hätte."

Und Lisa sagt: "Du bist ja dann auch motivierter, weiterzumachen, wenn du weißt: 'Egal was ist, am Ende treffe ich mich mit der oder dem und dann geht's mir besser.'" Als selbstständige Schauspielerin hätte sie sich manche Karriere-Stepps gar nicht getraut ohne ihre Freunde, sagt Lisa.

"Ich weiß, worauf ich mich verlassen kann, wenn’s mir auch mal nicht so gut geht."
Georgios, bei einer Straßenumfrage in Berlin

Auch Georgios aus Berlin geben Freunde Mut, Kraft und Durchhaltevermögen: "Von daher geben sie mir auch einfach Halt im Alltag."

Korrelationen, keine Erklärungen

Die Studie liefert jedoch weder Erklärungen noch einen kausalen Zusammenhang zwischen körperlichem und psychischem Wohlbefinden einerseits und guten Freunden andererseits. "Sie hat nicht gezeigt, dass gute Freunde jetzt deine Gesundheit direkt verbessern, sondern nur in Anführungszeichen, dass Menschen mit guten Freunden von sich selbst sagen, dass es ihnen besser geht, als welche, die in dem Bereich eher strugglen", sagt Nora Wilker.

Und die Angaben zum Gesundheitszustand basieren auf subjektiven Einschätzungen. Die Befragten gaben dabei an, wie gesund sie sich fühlen. "Da wurden jetzt keine Gesundheitschecks oder sowas gemacht", so unsere Reporterin.

Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass der Zusammenhang zwischen Freund*innen, sozialen Kontakten und Gesundheit untersucht wurde. Demnach gibt es bereits verschiedene Erklärungsansätze, etwa dass Freundschaften Stress reduzieren können und somit die Gesundheit stärken.

Umgekehrt gilt Einsamkeit als ein Faktor, der sich sehr negativ auf Wohlbefinden und Gesundheit auswirkt. Freundschaft und soziale Bindungen wirken dem entgegen.

Freundschaft wirkt stärker als familiäre Bindungen

Die aktuelle Untersuchung hat neben Freundschaften auch noch familiäre Bindungen in den Fokus genommen. Das Ergebnis: Auch ein als gut empfundenes Verhältnis zu den Eltern korreliert mit einer besseren körperlichen und psychischen Gesundheit. Allerdings ist dieser Zusammenhang schwächer ausgeprägt als bei den guten sozialen Kontakten.

Shownotes
Freundschaften
Freunde wirken positiv auf Körper und Psyche
vom 17. August 2026
Moderatorin: 
Krissy Mockenhaupt
Gesprächspartnerin: 
Nora Wilker, Deutschlandfunk Nova