Künftig will auch Sachsen Smartphones an Grundschulen verbieten. Das wurde beim "Handygipfel" in Dresden beschlossen. Bildungsforscher Klaus Zierer findet so ein Verbot gut – Studien würden die negativen Folgen für den Schulalltag deutlich zeigen.
In mehreren Ländern – wie etwa in Frankreich, den Niederlanden, Italien und Australien – gibt es bereits Smartphone-Verbote an Schulen. Auch in Deutschland wird immer wieder darüber diskutiert. Eine einheitliche Regelung gibt es jedoch nicht, da Bildung Ländersache ist.
Einige Bundesländer schränken die Handynutzung an Schulen bereits ein oder verbieten sie ganz. Sachsen zieht jetzt nach. Geplant ist ein Verbot für die Nutzung privater Smartphones an Grundschulen. Es soll im nächsten Schulhalbjahr starten, erklärte Kultusminister Conrad Clemens (CDU) nach dem "Handygipfel" in Dresden.
Bildungsforscher: Smartphones schädlich für Schulalltag
Bildungsforscher Klaus Zierer befürwortet ein Smarthone-Verbot an Schulen. Er beschäftigt sich schon länger mit den Auswirkungen von Handynutzung auf Schülerinnen und Schüler und sagt: Smartphones sind schädlich für den Schulalltag.
Zierer hat verschiedene Studien aus Norwegen, Spanien, Tschechien, England und Schweden miteinander verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass Smartphones negative Auswirkungen auf die Lernleistung von Schülerinnen und Schülern haben. Schlechtere Noten in Rechnen, Schreiben, Lesen können durchaus die Folge sein, so der Bildungsforscher.
"Das Hauptproblem von Smartphones ist, dass sie ablenken und die Kinder nicht bei der Sache sind."
Die Konzentration und Aufmerksamkeit leidet, wenn Schülerinnen und Schüler zu sehr auf Smartphones oder andere digitale Geräte fokussiert sind, meint Klaus Zierer. "Während sie irgendeinen Test schreiben, denken sie eher an Nachrichten in den Sozialen Medien oder an das Computerspiel, das sie vielleicht gleich noch spielen wollen."
Nicht am Smartphone recherchieren
Das Argument, Schülerinnen und Schüler könnten doch auch am Smartphone für Unterrichtsfächer recherchieren, lässt der Bildungsforscher nicht gelten. Die Bildschirme seien viel zu klein, um wirklich effektiv recherchieren zu können. Stattdessen sollten größere digitale Geräte genutzt werden – am besten solche, die von der Schule bereitgestellt werden.
Kinder schauen in Pausen aufs Handy
Die Studienergebnisse zeigen ebenfalls, dass zu viel Handynutzung auf dem Schulgelände auch das soziale Wohlbefinden beeinträchtigt. "Die Kinder sprechen und spielen nicht miteinander", sagt Klaus Zierer. "Und überall dort, wo Smartphone-Verbote eingeführt werden, steigt die soziale Interaktion und damit auch das Wohlbefinden an der Schule."
Deshalb spricht sich der Bildungsforscher auch für eine einheitliche, gesamtdeutsche Regelung zum Smartphone-Verbot an Schulen aus.
