Rechnen, Autofahren, Kochen - sogar Operieren: Datenbasierte Systeme können vieles besser als wir Menschen. Deshalb werden wir in Zukunft deutlich weniger arbeiten. Wie damit umgehen? Ein Vortrag des Philosophen und Theologen Peter Kirchschläger.
Künstliche Intelligenz ist menschengemacht, deshalb heißt sie "künstlich". Doch sind KI-Systeme wirklich intelligent? Können sie tatsächlich "lernen"? Peter Kirchschläger, Professor für Theologische Ethik an der Universität Luzern, hält den Begriff KI für irreführend.
"Maschinen wissen nicht einmal, dass sie nichts wissen."
Für echte Intelligenz braucht man ein Bewusstsein dafür, dass man intelligent ist, argumentiert er, aber das haben Computer oder Maschinen nicht. Sie wüssten weder, dass sie nichts wissen, noch wüssten sie, dass sie etwas wissen. Ihnen fehlten Einstellungen, Emotionen und Selbstbezug. Etwas sei ihnen "noch nicht einmal egal", so Kirchschläger.
Begriffe: "Datenbasierte Systeme" statt KI
Wir sollten uns deshalb fragen, was die sogenannte künstliche Intelligenz kann und was sie nicht kann. Kirchschläger plädiert dafür, anstatt von KI von "datenbasierten Systemen" zu sprechen. Dieser Begriff helfe uns zu verstehen, was diese Systeme leisten können und was nicht. Datenbasierte Systeme können zum Beispiel sehr viel besser als wir Menschen rechnen, ordnen oder logische Schlüsse ziehen.
"Ich würde argumentieren, dass es zu einer massiven Reduktion von bezahlten beruflichen Arbeiten kommt."
Dadurch werde in Zukunft ein großer Teil der Erwerbsarbeit wegfallen, die Menschen heute erledigen, so Peter Kirchschläger. Das wird unsere Wirtschaft, unser Selbstverständnis und unsere Lebensweise grundlegend verändern, sieht er voraus.
In seinem Vortrag geht er der Frage nach, wie wir die Vorteile datenbasierter Systeme nutzen und die Gefahren, die von ihnen ausgehen, eindämmen können.
Peter G. Kirchschläger ist Professor für Theologische Ethik an der Universität Luzern. Seinen Vortrag "Ist es schlimm, wenn die KI unsere Arbeit macht?" hielt er am 30. Januar 2026 auf dem aha-Festival für Wissen in Luzern (Schweiz).
Unser Artikelbild zeigt Roboterarme eines autonomen KI-Kochroboter namens CA-1, der ein Nudelgericht zubereitet.
- Beginn Vortrag
