Bei Prostitution denken wir zuerst an Straßenstrich, Rotlichtmilieu und Menschenhandel. Es geht auch anders: Lena Morgenroth ist Sexarbeiterin - mit Ausbildung - und sie macht das gerne. Dafür streitet sie sich auch mit Politikerinnen, Theologen und Feministinnen.

Deutschland hat eines der liberalsten Prostitutionsgesetze in Europa - seit 2002. Ziel des neuen Gesetzes war es, die soziale und rechtliche Situation von Sexarbeiterinnen zu verbessern. Ob das Gesetz immer seinen Zweck erfüllt, ist umstritten.

In Eine Stunde Liebe spricht Moderatorin Inga Hinnenkamp mit Frauen, die als Sexarbeiterinnen arbeiten - freiwillig und gerne. Eine davon ist Lena Morgenroth. Sie hat eine Ausbildung in "Sexological Bodywork", macht Tantramassagen und bietet Oralverkehr an - aber keinen Geschlechtsverkehr. Sie sieht sich als Dienstleisterin.

Dem feministischen Einwand, hier würden Frauen sich Macht und Geld der Männer unterwerfen, kann sie wenig abgewinnen. Ihre Aufgabe als Dienstleisterin sei es, "die Session zu timen und zu lenken".

Lena Morgenroth ist ausgebildete Sexarbeiterin.
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Lena Morgenroth

Dates mit alten Männern

Katrin ist 27 und hat sich bei einem Datingportal angemeldet, auf dem gut betuchte Männer sogenannte Sugarbabes suchen. Sie hat schon fünf dieser Männer gedatet und hatte den Eindruck, dass die Männer ihr Geld als Machtinstrument einsetzen. "Andererseits dachte ich , warum nicht eine gute Zeit verbringen, wenn das auf Gegenseitigkeit beruht."

Mit Tantramassage zu besserem Körpergefühl

Martina Weiser leitet die größte Tantramassagepraxis in Deutschland. Für 160 Euro gibt es in ihrer Praxis 90 Minuten All-Inclusive-Massage. Auch wenn hier sexuelle Handlungen gegen Geld durchgeführt werden, ist es ihr wichtig sich von anderen Bereichen der Prostitution abzugrenzen. Immerhin stehe bei ihr "die Kunst der Berührung" und das Körpererleben im Vordergrund, nicht der Orgasmus.

"Wir sind der Berufsstand, der das Wissen hat, wie man seine eigene Sexualität neu erleben kann. Wo man ein neues Selbstwertgefühl erreichen kann. Damit in erfülltere Beziehungen starten und in der Partnerschaft schönere, intensivere Dinge erleben kann."
Martina Weiser, Tantramasseurin