Hans-Gerd ist Pfarrer der Gemeinde Haldern. Früher war er mal ein knallharter Verteidiger im Fußball, mit tiefer Stimme und Drei-Tage-Bart. Aber als er 50 wird, stellt Hans-Gerd fest: Das geht so nicht weiter. Das bin nicht ich. Aus Hans-Gerd wird Elke. Aus dem Pfarrer eine Pfarrerin. Und damit wissen weder seine Gemeinde noch seine Familie wirklich umzugehen.

"Du denkst, dein Leben ist zu Ende, als Mann, als Hans-Gerd, aber du weißt nicht, wie dein Leben als Frau wird. Vielleicht hat das große Lebenschancen. Versuch das erst einmal."
Nach diesem Rat färbt sich Elke die Haare und kauft sich hochhackige Schuhe.

Eine Sache hat unseren Autor Stephan Beuting noch lange beschäftigt. Elke erzählt ihm nämlich, dass sie sich nie ganz als Mann oder Frau gefühlt hat. Auch jetzt ist da immer noch ein Stück Männlichkeit in ihr. Für Elke sind soziales Geschlecht und Identität zwei Paar Schuhe. Und Stephan Beuting findet das einen sehr guten Ansatz: Wenn wir gleichzeitig Mann und Frau sein könnten, dann gäbe es diesen ganzen Geschlechter-Beef vielleicht gar nicht, sagt er.