Manchmal verlieren wir und das gehört zum Leben dazu – genauso wie das Gewinnen. Trotzdem tut Verlieren oft weh, wir werden wütend, traurig, schämen uns oder beschuldigen andere. Wie wir besser mit Niederlagen umgehen können, besprechen Main Huong und Diane in dieser Folge von Achtsam.

Als Erstes müssen wir uns fragen: Ist meine Niederlage überhaupt eine Niederlage oder vielleicht etwas ganz anderes? Vielleicht handelt es sich einfach um eine Tatsache, an der ich gar nichts ändern kann. In diesem Fall hätten wir gar nichts damit zu tun und könnten es auch nicht "besser machen". Also gab nie die Chance zu gewinnen.

"Ein besonders krasses Beispiel ist, wenn ein Mann oder eine Frau keine Kinder bekommen können. Das wird oft als Niederlage empfunden. Sie denken dann, das wäre das eigene Versagen. Ich habe es als Frau nicht geschafft oder als Mann - das ist die absolute Niederlage. Tatsächlich liegt das ja aber gar nicht in unserer Kontrolle!"
Main Huong Nguyen, Psychologin

Der nächste Schritt ist natürlich zu gucken: Welche Erwartungen setzen wir an uns und unsere Umwelt? Wenn wir zum Beispiel zu hohe Ansprüche an uns selbst, unsere Partnerschaften und Freundschaften haben, kann es schnell zu Enttäuschungen führen und wir fühlen uns als Versager*in.

Versuchen, die Situation anders wahrzunehmen

Bevor wir also zur eigentlichen Niederlage kommen, können wir erst mal ganz achtsam mit den Parametern drum herum umgehen und sie abklopfen. Denn bevor wir leiden, weil wir verloren haben, können wir erst mal gucken, ob wir die Situation nicht ganz anders wahrnehmen können.

"Da muss man dann den Schritt zurückgehen und sich fragen: Warum habe ich überhaupt das Gefühl, verloren zu haben? Warum können wir uns nicht einfach ganz anders begegnen und über unsere Ängste oder unser Schamgefühl reden ohne dass es überhaupt diese Kategorie Niederlage und gewinnen gibt?"
Diane Hielscher

Main Huong und Diane sprechen außerdem darüber, was wir vom Umgang mit Niederlagen von Sporter*innen lernen können, darüber, dass Wut manchmal eigentlich Scham ist und was es eigentlich bedeutet "durchlässig" zu sein.

Ihr habt Anregungen, Ideen, Themenwünsche? Dann schreibt uns gern unter achtsam@deutschlandfunknova.de