Es ist so simpel wie attraktiv: Zwei weiße Balken schlagen einen kleinen Ball über den Monitor. "Pong" von Atari öffnet 1972 den Markt für Videospiele, die bis heute weltweit immer mehr Fans finden.

"Pong" ähnelt dem Tischtennis. Zwei Spieler treten gegeneinander an und versuchen, den Ball über eine Mittellinie in das Spielfeld des Gegners zu schlagen. Verloren hat, wer den kleinen Ball durchlässt und nicht zurückschlagen kann.

Vorläufer des Spiels war eine kleine Box, die der deutsch-amerikanische Fernsehtechniker Ralph Baer entwickelte, die "Brown Box". Mit ihr konnte man seinen Fernsehbildschirm zu einer Spielfläche umfunktionieren. Baer stellte seine Box 1972 auf einer Messe vor. Sie war quasi die erste Spielekonsole der Welt.

"Nolan Bushnells Gesetz ist noch heute eine goldene Gamingdesign-Regel: Ein gutes Spiel ist einfach zu lernen, aber schwer zu meistern."
Thomas Ruscher, Deutschlandfunk Nova

Zunächst war Baers Spiel und die Box nur etwas für Nerds. Das änderte sich, als Nolan Bushnell, der Gründer einer kleinen Firma namens Atari, sie entdeckte und "Pong" entwickelte. Doch das erste Spiel seiner Firma war ein Flop. Es stand in Kneipen und Spielhallen neben Flipperautomaten und frustrierte die Spielenden, weil es zu kompliziert war.

Von der Nerd-Spielerei zum kommerziellen Erfolg

Nach dem Motto "Ein gutes Spiel ist einfach zu lernen, aber schwer zu meistern", begannen die Techniker seiner Firma eine massentaugliche Version von "Pong" herzustellen. In Andy Capp's Tavern im Silicon Valley in Kalifornien erblickte das modifizierte Spiel am 29. November 1972 das Licht der Welt.

Einen "Quarter", also 25 Cent, kostete eine Runde "Pong". Bald standen die Menschen Schlange, um "Pong" zu spielen. Einige Zeit später gab es 35.000 Automaten in den USA und ab 1975 kam die Spielkonsole "Atari Home Pong" in den Handel. Sie wurde rund 35 Millionen Mal verkauft.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Der Freiburger Computerspiel-Experte Andreas Rauscher erklärt die Geschichte der Videospiele.
  • Der Medienwissenschaftler Stephan Schwingeler beschäftigt sich mit der Bedeutung der Ästhetik von Videospielen.
  • Der Historiker und Autor Jan Schlürmann hat sich mit der Geschichte und der Bedeutung des E-Sports befasst.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld blickt zurück auf die Anfänge des Spielens in der Antike.
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporter Thomas Ruscher erinnert an die Anfänge des Videospiels durch Ataris "Pong".
In diesem Beitrag enthaltene Kapitel:
  • Computerspiel-Experte Andreas Rauscher
  • Medienwissenschaftler Stephan Schwingeler
  • Historiker Jan Schlürmann
  • Eine Stunde History
  • Moderation:  Meike Rosenplänter
  • Gesprächspartner:  Matthias von Hellfeld, Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte