Woher wissen Pflanzen, wann sie anfangen können, zu wachsen? Manche brauchen Kälte im Winter, manche haben eine Art Wärmezähler.
Aber woher wissen Pflanzen eigentlich, dass es losgehen kann mit dem Wachsen? Da gibt's eine ganze Reihe an Auslösern, die alleine oder in Kombi wirken, hat der Forscher Thomas Stützel erklärt. Der ist Professor für Evolution und Biodiversität der Pflanzen an der Ruhr-Uni Bochum. Er sagt: Viele Pflanzen, die aus einer Zwiebel wachsen - wie Krokusse und Tulpen - brauchen einige Wochen Kälte im Winter. Da legen sie in der Zwiebel die Vorstufe der Blüte an. Und diese Vorstufen werden aktiviert, wenn die Temperaturen steigen - und die Blume treibt aus.
Dagegen haben viele Obstbäume so eine Art Wärmezähler: Sie können warme Tage quasi zusammenrechnen und feststellen, wann es mit dem Austreiben passt. Außerdem werden viele Pflanzen über Licht aktiviert - das heißt, sie reagieren auf die länger werdenden Tage und fangen an zu blühen, wenn das Verhältnis von Tag zu Nacht eine Schwelle überschreitet. Das läuft über Lichtsensoren in ihrem Gewebe. Bei Pflanzen, die erst im Herbst oder Winter blühen, geht das dann umgekehrt.
Durch den Klimawandel starten Frühblüher-Pflanzen immer früher in die Saison. Bei einigen Wildkräutern in Europa hat sich die Blütezeit im Schnitt um eine Woche vorverschoben, verglichen mit vor hundert Jahren.
