Harnstoff, auch Urea genannt, wird weltweit auch als Stickstoffdünger eingesetzt und gilt als "sicher", weil er bis zu einer gewissen Schwelle ungiftig ist.

Aber: Da, wo mit Harnstoff gedüngt wird, leidet oft die Wasserqualität in natürlichen Gewässern. Das haben Forschende in kanadischen Prärien untersucht und berichten darüber im Fachmagazin Nature Water. Das Team hat den Harnstoff in Farmteiche gegeben, um Düngen zu simulieren. Daraufhin wuchsen deutlich mehr Algen im Wasser - und die ziehen viel Sauerstoff aus den Teichen.

Das Ergebnis haben die Forschenden dann mit hunderten Gewässern in der kanadischen Region Saskatchewan verglichen. Sie schätzen, dass fast die Hälfte aller Prärieseen, Stauseen und Feuchtgebiete gelitten haben könnte durch jahrzehntelanges Düngen mit Harnstoff.

Ähnliche Auswirkungen auf die Wasserqualität vermuten die Forschenden auch in anderen landwirtschaftlichen Regionen - zum Beispiel in China, Indien und Nordamerika, wo Gewässer den untersuchten ähneln und auch viel mit Harnstoff gedüngt wird.

Laut dem Team ist das Problem nicht, dass die Landwirtschaft Harnstoff zum Düngen nutzt - sondern Fehler beim Gewässermanagement. Zum Beispiel, dass natürliche Feuchtgebiete trockengelegt werden, die eigentlich als natürliche Filter funktionieren sollen, bevor abfließendes Wasser von Feldern in Flüsse und Seen gelangt.