"Ächz, Schnief, Grrrrh!" Wer so etwas liest, hat gerade einen Comic in der Hand, wetten? Galt jedenfalls früher so, heute brauchen wir sie nicht mehr unbedingt mit uns rumzuschleppen, die Hefte, Bücher oder Zeitschriften, wenn wir uns an den Bilderstorys vergnügen möchten: Heute gibt es den Web-Comic.

"Badham" nennt er sich als Comiczeichner und gibt seine Serie "Kater und Köpcke" in Bonn heraus. Eigentlich heißt er Björn Hammel und erforscht unter seinem richtigen Namen Comics gestern, heute und in Zukunft. Darüber schreibt er dann Bücher und hält Vorlesungen wie unsere im Hörsaal zu dem Thema "Comics, Webcomics und Humor im Netz". 

Webcomics sind Fluch und Segen

Segen und Fluch zugleich sieht Hammel in den neuen Möglichkeiten, die Webcomics bieten können. Doch schon damit geht es los: Überraschenderweise haben klassische Comics, die auch als Buch erscheinen könnten, weiterhin großen Erfolg. Sobald es interaktiv wird, zerfasern die Möglichkeiten und die Lust am Comic kann dabei auch ganz schön vergehen. Und technische Finessen müssten Comiczeichner in einem Umfang beherrschen, dass selbst Insider gar nicht mehr feststellen können, wie das Produkt überhaupt zustande gekommen ist.  

"Sie können heute mit verschiedenen Tablets, auf denen Sie direkt zeichnen, ganz famose Effekte erzeugen, die es fast unmöglich machen, sagen zu können: 'Hat der das mit Aquarell gezeichnet oder am Computer?'"

Hinzu komme, dass so gut wie niemand von Comics im Netz leben könne, sagt Björn Hammel. Zudem müssten Künstler sich über Social-Media-Kanäle selbst vermarkten und hätten keinen Verleger mehr im Rücken, der ihnen das abnehme. Zwar mache es einen ungeheuren Spaß, sich Bildergeschichten einfallen zu lassen und sie zu produzieren, man brauche aber eben noch einen anderen Beruf, um sich seinen Lebensunterhalt verdienen zu können.

Björn Hammel hat am 13. Juni 2016 am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen zu seinem Thema gesprochen. 

In unsere Kollage oben im Bild haben wir übrigens folgende Künstler untergebracht: Flix, Sarah Burrini, Joscha Sauer, Beetlebum, Lapinot, Marvin Clifford, Daniel Lieske, Ralph Ruthe und Zwarwald.

Mehr zum Thema: