In Brüssel treffen sich die Staats- und Regierungschefs der Nato-Staaten. Auch Donald Trump ist dabei. Und manche haben Bammel, dass die Nato am US-Präsidenten zerbrechen könnte.

Den G7-Gipfel in Kanada haben die Politiker noch im Kopf. Da war alles gut und schön, bis US-Präsident Donald Trump seinen Twitter-Account glühen ließ und die Absprachen mit einem Tweet zunichte machte. Jetzt steht das nächste große internationale Treffen an. Und die Befürchtungen gehen so weit, dass einige Beobachter ein Zerbrechen der Nato befürchten.

"In Brüssel hofft man, dass das Ganze harmonischer läuft."
Klaus Remme, Dlf-Korrespondent in Brüssel

Aber hinter den Kulissen haben die Nato-Staaten sich schon in den vergangenen Wochen vorbereitet. "Da wird nicht mehr lange gestritten und verhandelt", erklärt Klaus Remme, unser Korrespondent in Brüssel, "man hat bereits eine Erklärung fertig gestellt". Der amerikanische Stab habe dieser Erklärung auch schon zugestimmt.

Doch das US-Team ist nicht gleichbedeutend mit ihrem Chef, dem Präsidenten. Donald Trumps Mitarbeiter verhalten sich im Nato-Bündnis sehr berechenbar und routiniert. "Da ist von Spannungen wenig zu spüren", sagt Klaus Remme. Wie aber Trump handeln wird, sei offen.

Trump will das Zwei-Prozent-Ziel

Und Trump hat ein Problem mit seinen Alliierten in Europa. Das Zwei-Prozent-Ziel steht auf seiner Agenda ganz oben. Er findet es nicht in Ordnung, dass Mitgliedsländer sich nicht ausreichend finanziell in der Nato engagieren – seiner Meinung nach. Zwei Prozent der Ausgaben eines Nato-Staates sollten ins Militär gesteckt werden, fordert er. Deutschland etwa liegt bei 1,24 Prozent. "Dies könnte ein Anlass sein, eine Abschlusserklärung auf dem Gipfel zu torpedieren", sagt Klaus Remme.

"Es ist natürlich nie auszuschließen, dass Trump den einen oder anderen kritischen Tweet sendet."
Klaus Remme, Dlf-Korrespondent in Brüssel

Ton und Stil von Trump sind bekannt. Aber ein Zerbrechen der Nato  befürchtet Klaus Remme nicht: "Trotz der kritischen Töne des Präsidenten haben die Amerikaner ihre Investitionen in ihr Engagement in Europa sogar hochgefahren." Den Drohungen, Soldaten aus Europa abzuziehen, folgten noch keine Taten. Möglicherweise, so Remme, sei das eine Drohkulisse, um die eigene Verhandlungsposition zu stärken.

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