Südkoreanische Filmemacherin Sung-Hyong Cho

"Allein das Treffen ist ein Erfolg und ich freu mich riesig darüber"

Die Filmemacherin Sung-Hyong Cho sagt, dass die Südkoreaner begeistert seien von den aktuellen Entwicklungen und dass sich das Image der beiden Machthaber in Südkorea stark gewandelt habe.

Sung-Hyong Cho kommt aus Südkorea. Sie ist Filmemacherin und war für einen Dokumentarfilm über Nordkorea auch schon in dem Land unterwegs und hat dort mit vielen Menschen gesprochen. Sie findet das Treffen zwischen Kim Jong-Un und Donald Trump einen großen Erfolg. Wenn sie die Bilder vom Treffen des US-Präsidenten und des nordkoreanischen Staatsoberhauptes in den Medien sieht, denkt sie: "Grandios, super – ich kann mich nur darüber freuen!"

Kritik am Treffen findet sie anmaßend

Wenn sie negative, eher kritische Kommentare von Journalisten hört, ärgert sie das. Sie findet es anmaßend, sogar übergriffig: "Die müssen doch wissen, dass die beiden Länder so lange in Feindschaft gelebt haben." Nach 70 Jahren haben sich die Machthaber nun in Singapur getroffen und sogar die Hände geschüttelt.

"Tut mir leid für die Welt. Ja, Trump tut der Welt nicht so gut, aber Koreaner sind die Auserwählten. Wir sind die einzigen, die etwas ganz, ganz Positives von Trump haben."
Sung-Hyong Cho, Filmemacherin mit Südkoreanischen Wurzeln

Auch die Freunde und Familienangehörige in Südkorea seien begeistert über die aktuellen Entwicklungen. Das sei nicht immer so gewesen, sagt Sung-Hyong Cho. Noch vor Kurzem hätten sowohl Donald Trump als auch Kim Jong-Un ein extrem schlechtes Ansehen in Südkorea gehabt. Inzwischen gebe es aber viele Südkoreaner, die Trump ein langes Leben und eine zweite Amtszeit wünschten.

Das Image von Kim und Trump hat sich in Südkorea gewandelt

Vor gar nicht allzu langer Zeit war Kim Jong-Un in Südkorea noch der Inbegriff des Bösen, meint Sung-Hyong, mittlerweile fänden ihn viele Südkoreaner eher niedlich. Sie würden ihm wünschen, dass er ein bisschen abnimmt, denn dann würde er richtig gut aussehen – so würden Viele denken.

"Kim Jong-Un war der Inbegriff für das Böse, inzwischen finden die Südkoreaner ihn sogar süß."
Sung-Hyong Cho, Filmemacherin mit Südkoreanischen Wurzeln

Klar – Nordkorea sei eine Diktatur – inzwischen in dritter Generation. Aber das aktuelle Staatsoberhaupt zeige nun zum ersten Mal Interesse an einem Frieden mit Südkorea. "Er will das Land reformieren und die Gesellschaft öffnen", sagt Sung-Hyong Cho. Sie findet es viel besser, wenn die Weltgemeinschaft nun auf den Diktator zugehen, ihm die Tür öffnen und ihn willkommen heißen würde – am Ende würde sich das auch in Form von Entwicklung und Fortschritt für die Nordkoreaner auswirken.

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