Ob Homers Troja nur eine Legende ist oder wirklich existiert hat, ist nicht geklärt. Die Stadt die Heinrich Schliemann entdeckt und für Troja gehalten hat, ist deutlich älter.

Ein kurzer Rückblick in die griechische Mythologie: Der Dichter Homer, von dem man sich nicht ganz sicher ist, ob er überhaupt gelebt hat, ist der Verfasser der Ilias. Einer Abhandlung, bei der es unter anderem um den Trojanischen Krieg geht. Der beginnt, weil Paris, der Sohn des trojanischen Königs Priamos, Helena entführt, die Frau des Königs von Sparta.

Wahrsagerin Kassandra warnt vor dem Trojanischen Pferd

Das lässt sich der gehörnte Ehemann Menelaos nicht gefallen und organisiert ein griechisches Heer, das Troja belagert. Zehn Jahre schon dauert die Belagerung, als die Griechen dem Rat des Odysseus folgen und ein hölzernes Pferd als Abschiedsgeschenk vor den Toren Trojas hinterlassen. Sie täuschen ihren Abzug vor.

Die Trojaner holen gegen den eindringlichen Rat der Kassandra, Weissagerin und Schwester von Paris, das Holzpferd in die Stadt. In der Nacht klettern griechische Kämpfer aus dem Inneren des Pferdes, öffnen die Stadttore für die übrigen Griechen, die in Troja einfallen und die Stadt dem Erdboden gleichmachen.

Collage: Eine Nachbildung des trojanischen Pferdes in der heutigen Stadt Troja (Truva) im Nordwesten der Türkei und Sopia Schliemann mit dem vermeintlichen "Schatz des Priamos".
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Eine Nachbildung des trojanischen Pferdes in der heutigen Stadt Troja (Truva) im Nordwesten der Türkei und Sopia Schliemann mit dem vermeintlichen "Schatz des Priamos".

Soweit die griechische Mythologie, die seit dem 18. Jahrhundert zu archäologischen Expeditionen in Gegenden führte, in denen die von Homer beschriebene Stadt Troja gewesen sein könnte. Aber einen Beweis für die Existenz Trojas konnte nicht erbracht werden.

Im Sommer 1859 gesellt sich der deutsche Kaufmann Heinrich Schliemann zu denen, die der sagenhaften Stadt Troja auf der Spur sind. Er vermutet das antike Troja unterhalb von Hisarlık, einer archäologischen Fundstätte im Nordwesten der Türkei, rund sechs Kilometer entfernt vom Ägäischen Meer.

Schiemann: Wegbereiter der Archäologie als Feldarbeit

Aber Heinrich Schliemann findet nicht Troja, sondern den "Schatz des Priamos". Auch das ist eine nicht zu beweisende Behauptung, denn der 8.000 Einzelteile umfassende Fund stammt aus einer früheren Zeit. Heinrich Schliemann ist im April 1873 auf die Reste einer sehr viel älteren Stadt gestoßen.

Während das mythische Troja von Homer etwa im 12. bis 14. Jahrhundert vor Christus existiert haben könnte, sind die Überreste der von Heinrich Schliemann gefundenen Stadt etwa auf die Mitte des 24. Jahrhunderts vor Christus zurückzuführen. Dennoch begründet dieser Fund aus der Bronzezeit und Grabungen in Mykene Schliemanns Ruf, einer der Wegbereiter der Archäologie als Feldarbeit zu sein.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Die Archäologin Leoni Hellmayr hat eine Biographie über Heinrich Schliemann, den "Mann, der Troja erfand" geschrieben und fasst zusammen, was über ihn bekannt ist.
  • Bernhard Heeb von den staatlichen Museen zu Berlin ordnet die Bedeutung der Grabungen für die Archäologie ein.
  • Der Bamberger Archäologe Hauke Kenzler schildert, was Archäologie tatsächlich zutage fördert.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld blickt zurück auf die Dichtung Homers, der Troja und den Krieg um diese Stadt vermutlich erfunden hat.
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Wiebke Lehnhoff schildert den Kampf um Troja frei nach Homer und die Suche Heinrich Schliemanns.