Mit 24 Jahren hat Ciara eine Idee: Sie will als erste Österreicherin über den Atlantik rudern. Dafür braucht sie 20.000 Euro, soviel kostet die Überfahrt. Und sie muss erstmal einen Ruderkurs machen. Aber Ciara ist hartnäckig, was sie sich vornimmt, macht sie auch wahr.

Ciara ist Leistungssportlerin, sie hat jahrelang Rugby gespielt, war Vizeeuropameisterin und österreichische Meisterin. Doch irgendwann macht der Sport ihr keinen Spaß mehr, Rugby ist für sie nur noch pure Anstrengung. Sie hört auf und setzt sich die Sache mit dem Atlantik in den Kopf.

"Das hat sich genau nach dem angefühlt, was der Ausweg war aus so vielem, was in dem Moment nicht gepasst hat. Das war ein bisschen so, wie ein Feuerwerk im Hirn."
Ciara über die Idee mit dem Atlantik

Ciaras Eltern sind erstmal skeptisch, obwohl sie selbst Abenteurer sind. Ciara ist eingeschnappt und zieht ihr Ding jetzt erst recht durch:

  • Sie macht einen Ruderkurs
  • Sie nimmt an einem Ruderrennen von Ibiza nach Barcelona teil
  • Sie kratzt 20.000 Euro zusammen
  • und bewirbt sich für eine Atlantik-Ruderfahrt

Am 27. März 2021 startet sie, zusammen mit zwölf anderen Menschen, die Überfahrt: auf einem Ruderboot – zwölf Meter lang, zweieinhalb Meter breit – von Teneriffa nach Antigua in der Karibik. Ungefähr anderthalb Monate soll es dauern.

"Habe ich wirklich darüber nachgedacht, was ich jetzt hier eigentlich mache? Nein, habe ich nicht. Das war auch das, was mich so gereizt hat: Dieser Schritt ins Unbekannte."
Ciara über ihre Atlantiküberfahrt

Von nun an besteht ihr Alltag aus drei Stunden Rudern, drei Stunden Schlafen. Das Boot hat zwei kleine Kabinen, eine vorne und eine hinten – zum Kochen, Schlafen, aufs Klo gehen. In jeder Kabine gibt es vier schmale Schlafplätze, einen Gaskocher und eine Osmose-Anlage mit Wasserhahn. Die Anlage macht aus Salzwasser trinkbares Wasser. Zu essen gibt es gefriergetrocknete Speisen, die man mit heißem Wasser aufgießt und Snacks, wie Riegel, Nüsse, Gummitiere.

Obwohl die Überfahrt körperlich extrem anstrengend ist, erlebt Ciara dort die intensivsten Momente ihres Lebens.

"Der Atlantik hat mich komplett meines Egos entzogen, weil ich realisiert habe, dass ich mein Bestes geben kann, aber das Boot trotzdem mit derselben Geschwindigkeit fährt. Ich habe verstanden, wie unhealthy es eigentlich war, dass ich mein Selbstbewusstsein an sportlichen Errungenschaften aufgezogen habe."
Ciara über die wichtigste Erkenntnis während ihrer Atlantiküberfahrt

Nach 42 Tagen erreichen Ciara und die anderen die Karibikinsel Antigua. Als sie an Land geht, kann Ciara sich alleine nicht auf den Beinen halten, weil ihr Gleichgewichtssinn sich so an das Schwanken im Boot gewöhnt hat. Dann gibt es erstmal Apfelstrudel mit Vanilleeis.

Die ganze Geschichte hört ihr hier oder im Podcast.

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Die Quellen zur Folge:
Empfehlungen aus dem Beitrag:
  • "Little Lady, One Man, Big Ocean – Rowing the Atlantic" von Paul Gleeson, Tori Holmes und Liam Gorman – das Buch, das Ciara zu ihrer Atlantiküberfahrt inspiriert hat
  • Einhundert
  • Autor*in:  Taiina Grünzig
  • Moderatorin:  Shalin Rogall