In Schweden droht Sexkäufern eine Strafe, denn der Kauf von Sex ist grundsätzlich illegal. Prostituierte bleiben dagegen straffrei. Norwegen und Frankreich haben das Modell übernommen. In Deutschland wird darüber diskutiert.

Nach einigen Gerichtsentscheidungen haben Bordelle in vielen Bundesländern wieder auf. Unter Corona-Auflagen. Aber damit könnte bald Schluss sein. Schweden, einige NGOs und eine Gruppe von deutschen Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD werben für das "schwedische Modell" in Deutschland.

Eine Stunde Liebe schaut auf den Hintergrund des schwedischen Modells: Warum Schweden es 1998 eingeführt hat, welche Rolle der schwedische Gleichstellungsgedanke spielt und warum das Gesetz in Schweden nicht hinterfragt wird, hat Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Andrea Rönsberg 2018 über mehrere Monate recherchiert – der Anlass: 20 Jahre Sexkaufverbot in Schweden.

"Das Thema Sexkaufverbot ist in Schweden ganz stark mit der Gleichstellung der Geschlechter verknüpft."
Andrea Rönsberg, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin in Schweden

Aufgrund der aktuellen Debatte in Deutschland, den Kauf von Sex zu verbieten, wiederholen wir den Beitrag.

Heute macht Schweden aktiv PR für das Verbot. Das Land beschäftigt einen eigenen Botschafter, Per-Anders Sunesson, der weltweit Lobbyarbeit für das schwedische Modell macht.

Kritikerinnen und Kritiker sagen dagegen, dass Schwedens Weg möglicherweise weniger erfolgreich ist als behauptet. Amnesty International plädiert zum Beispiel dafür, Sexarbeit und Kunden gerade nicht zu kriminalisieren, sondern stattdessen effektiver gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution vorzugehen und Sexarbeitende besser zu unterstützen.

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