Tausende Männer gehen jeden Tag zu einer Prostituierten. Die wenigsten Menschen stehen dazu oder reden darüber. Wir haben trotzdem zwei Männer gefunden, die von ihren Erfahrungen berichten.

Die Freier Peter und Klaus* erzählen, warum sie sexuelle Dienstleistungen kaufen und wie so ein Treffen mit einer Frau im Sexclub abläuft. Bei Peter ist es schon viele Jahre her, dass er das erste Mal bei einer Prostituierten war. Aus Neugier, wie er sagt. Dann ist er dabei geblieben.

"Je näher man sich kennenlernt, desto weniger sexuell ist das. Manchmal redet man auch einfach nur."
Klaus, Freier

Bei Klaus hingegen war es der Gruppenzwang. Mehr oder weniger. Er war mit Freunden in Hamburg unterwegs, St. Pauli, und natürlich schlenderten sie dann auch durch die Herbert Straße und an den Frauen dort vorbei. "Damals war man aber noch viel zu nervös, um überhaupt irgendwo zu einer der Damen reinzugehen", sagt Klaus.

Eine halbe Stunde für 50 Euro

In Eine Stunde Liebe, im Radio, können sie über das Thema reden, privat behalten sie ihre Leidenschaft für sich. Drei bis vier Mal im Monat besucht Peter den Club, um dort Sex zu haben. Er zahlt Eintritt, duscht, schlüpft in einen Bademantel. Und wenn er Lust hat, spricht er eine der Frauen dort an. Über Geld wird eher nicht gesprochen. "Als Freier weiß man, dass die Mädels ihren festen Preis haben", sagt er. "Den kennt man." Im Schnitt kostet eine halbe Stunde 50 Euro.

"Es gibt genug Männer, die können nicht mit einer 22-Jährigen. Die suchen dann bewusst ältere Frauen."
Peter, Freier

Sex muss nicht sein, sagt Peter. Er genießt oft auch die Atmosphäre im Club und entspannt, trifft sich dort mit anderen Männern zum Quatschen. "Es gibt die Möglichkeit, aber eben nicht die Verpflichtung Sex zu haben", erklärt er.

Und auch Klaus unterhält sich mit den Frauen, aber nicht darüber, warum sie als Prostituierte arbeiten, sondern ganz normal, über Alltag, übers Leben, über den ganzen Kleinkram, den es eben so gibt.

* Namen von der Redaktion geändert

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