In Helsingborg hat das Museum des Scheiterns eröffnet – mit teils skurrilen Produkten, die sich nicht auf dem Markt durchsetzen konnten. Scheitern gehört dazu, doch eigentlich wollen wir mit unseren Produkten erfolgreich sein. Wie kann ein Start-up das Risiko des Scheiterns frühzeitig minimieren?

Eine elektrische Schönheitsmaske, die eher an einen Horrorfilm erinnert, die Datenbrille 'Google Glass', das Brettspiel 'Trump the Game', ein Kugelschreiber für Frauen, grüner Ketchup, Tiefkühlkost - das sind nur einige von Dutzend Flopps, die das Museum des Scheiterns in Helsingborg zeigt.

Samuel West, Kurator der Ausstellung möchte zeigen, dass es keine Innovationen ohne Fehlschläge gibt. Und er möchte, dass Organisationen aus ihren Fehlern lernen, anstatt sie immer nur unter den Teppich zu kehren. Scheitern gehört dazu. Außerdem sagt er, dass er einfach keine Erfolgsgeschichten mehr hören kann. Bei unserem Reporter Sebastian Rams ist mittlerweile das Gegenteil der Fall, sagt er:

"Ich kann diese ewige Wiederholungsschleife von den unendlichen Chancen des Scheiterns nicht mehr hören. Denn sind wir mal ehrlich: Die Menschen scheitern ja nur mit etwas, mit dem sie eigentlich Erfolg haben wollten."
Sebastian Rams, Deutschlandfunk Nova

Aber wann spricht man denn überhaupt von einem Flop oder einem gescheiterten Produkt? Mario Geißler, Wirtschaftswissenschaftler an der TU Chemnitz forscht seit vielen Jahren zu Start-ups. Er sagt, dass in den USA ganze neun von zehn Projekten scheitern. Das aber zeige sich in der Regel nicht sofort:

"Es gibt Statistiken und Forschungsarbeiten, die zeigen, wenn man fünf Jahre überstanden hat, gilt man als gefestigtes Unternehmen, da ist man aus dem Gröbsten raus."
Mario Geißler, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der TU Chemnitz

Auch wenn es am Anfang mal nicht direkt steil bergauf geht, kann doch noch alles gut werden. Für Start-ups, so sagt Geißler, sei es vor allem wichtig, sich stets zu hinterfragen und vor allem frühzeitig eine Kundenperspektive einzunehmen:

"Es zeigt sich, dass Start-ups, die frühzeitig mit dem Kunden auch versuchen in Kontakt zu kommen, Ideen spiegeln, Zielkundensegmente für sich definieren, eine deutlich höhere Erfolgswahrscheinlichkeit haben."
Mario Geißler, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften an der TU Chemnitz