Florian hat seine Finanzen im Griff und kann wahrscheinlich früh in Rente gehen.

Durch einen Kumpel kam Florian zum Thema Aktien und dann zum Frugalismus, also zu einem Leben, bei dem man viel Geld zur Seite legt. Er selbst kommt aus einem Beamtenhaushalt und ist mit drei Geschwistern aufgewachsen. Bei Florian hat sich Wunsch entwickelt, Geld möge einmal keine Rolle für ihn spielen.

Florian sagt: "Ich verzichte nur auf Dinge, die nicht so gut für mich sind." Als Beispiele nennt er Ernährungsgewohnheiten, Urlaube und Mobilität. Große Posten müsse man eben hinterfragen und nebenher ein Zusatzeinkommen aufbauen.

Spendabel durch Kontrolle

Gerade weil er seine Eingaben und Ausgaben kenne, könne er spendabel sein: "Ich bin eher der, der eine Runde ausgeben kann und das auch gerne macht. Frugalismus hat als Ziel, glücklich zu sein. Einer der wichtigsten Faktoren sind soziale Beziehungen. Jemand, der frugalistisch lebt, hat seine Finanzen im Griff."

"Ich habe heute schon ein gutes Leben. Mir fehlt es an nichts, gleichzeitig kann ich einen hohen Prozentsatz investieren."
Florian Wagner, 35, Frugalist

Florian sagt: "Ein Viertel ist geschafft. Ich habe rund 300.000 Euro Vermögen." Er will insgesamt auf eine Sparsumme von über einer Millionen Euro kommen.

Herkunft bestimmt Geldverhalten

Wie wir mit Geld umgehen, hängt vor allem mit dem Familienhintergrund beziehungsweise dem Einkommen zusammen, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Marcus Wolf.

"Millionäre sind deutlich risikotoleranter und emotional stabiler, machen sich weniger allgemeine Sorgen"

Die Forschenden rund um den Psychologe Brad Klontz haben untersucht, wie sich in Familien über mehrere Generationen hinweg bestimmte Geschichten zu Geld durchsetzen. Wer während der Wirtschaftskrise in den 1920er-Jahren aufgewachsen ist, gehe mit Geld und Ausgaben eher vorsichtig um, wirke vielleicht sogar ein wenig knauserig, auch wenn ein entspanntes Mittelklasseleben gelebt worden sei.

Egal, wie viel sie schon gespart hätten, würden sie weiterhin jede Ausgabe hinterfragen und genau prüfen. An die Kinder würden solche Stories weitergegeben.

Brad Klontz, der das Projekt leitet, spricht von Money Scripts, also Geldgeschichten, und unterscheidet grob drei Typen:

  • Es gibt einen Typ von Mensch, der Geld allgemein meidet. Diese Personen haben eine negative Einstellung zu materiellem Reichtum allgemein und versuchen, Finanzthemen grundsätzlich zu umschiffen. Für sie ist es vor allem wichtig, nicht von Geld korrumpiert zu werden.
  • Auf der anderen Seite gibt es sowas wie Geldverehrung. Das ist die Grundhaltung, möglichst all seine Energie in die Mehrung von Geld und Vermögen zu stecken. Das kann einerseits dazu dienen, anderen zu zeigen, wie reich man ist oder es einfach für sich selbst zu machen.
  • Eine Zwischenposition nimmt die Gruppe jener ein, die Geld hauptsächlich als Sicherheitspuffer für schlechte Zeiten sehen.
"Wenn Sicherheiten wegbrechen oder man kurzfristig die Arbeit verliert oder sich verschuldet – dann hat das teilweise dauerhafte Auswirkungen."
Marcus Wolf, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass es sowas wie eine Millionärspersönlichkeit gibt. Vermögen und Ausprägung dieses Charakterzugs korrelieren. In den Biografien dieser Persönlichkeiten findet sich überdurchschnittlich häufig eine Kombination aus reichem Elternhaus, exzellenter Bildung und bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen.

"Man kann noch so eine draufgängerische Persönlichkeit haben, wenn die Grundvoraussetzungen nicht da sind – wie Kapital zu haben beispielsweise – dann ist es relativ unwahrscheinlich, dass man es in die Top-ein-Prozent der Vermögenden schafft."

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