Es ist der größte Personalabbau in der Geschichte des Konzerns: Amazon hat angekündigt, 18.000 Stellen zu streichen. Der Grund: Die Geschäfte laufen einfach nicht mehr so gut wie bisher.

Für Amazon ging es seit seiner Gründung im Jahr 1994 ausschließlich in eine Richtung: steil nach oben. Doch jetzt sollen 18.000 Stellen gestrichen werden – auch in Europa. Unter Berufung auf Insider hatte das Wall Street Journal vorab über den Jobabbau berichtet. Konzernchef Andrew Jassy hat die Recherchen des Blatts in einem Memo an die Mitarbeitenden bestätigt.

Der Gewinn von Amazon ist nach dem Boom-Corona-Jahren kürzlich deutlich zurückgegangen.

"Welche Jobs genau wegfallen, wurde noch nicht offiziell bekannt gegeben, das soll zunächst den Betroffenen kommuniziert werden."
Martina Schulte, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporterin

In Relation zu den über 1,5 Millionen Beschäftigten, die weltweit für Amazon arbeiten (dazu kommen noch die Saisonarbeitskräfte, die in Peakzeiten wie Weihnachten oder rund um den Black Friday mit anpacken) scheint die Zahl gering. Doch es ist der erste größere Personalabbau in der Geschichte des Konzerns.

Vor allem Managementstellen betroffen

Welche Jobs genau wegfallen, wurde noch nicht offiziell bekannt gegeben, das soll zunächst den Betroffenen kommuniziert werden. Die meisten Amazon-Mitarbeiter arbeiten in den Lager- und Logistikzentren. Diese sollen laut Wall Street Journal aber eher nicht von den Entlassungen betroffen sein, sondern Positionen im Management.

Die Entlassungen sollen Folgen für mehrere Konzernbereiche haben, die keinen Gewinn erwirtschaften, nicht nur für die kriselnde Gerätesparte, in der bereits letztes Jahr viele Jobs gestrichen worden waren. Die Sparte hatte einen jährlichen Verlust von fünf Milliarden Dollar erwirtschaftet, vor allem Amazons smarter Homespeaker Alexa hatte sich als finanzieller Flop erwiesen.

"Alexa hat sich als finanzieller Flop erwiesen."
Martina Schulte, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporterin

So wie alle Branchen muss sich auch die Techindustrie immer wieder neu erfinden, weil sich die Welt rasant verändert. Wenn ein Produkt oder eine Social-Media-Plattform gerade gehyped wird, kann sie ihren Status als Cash Cow eins, zwei Jahre später schon wieder verloren haben.

Auch die Facebook- und Insta-Mutter Meta, Twitter und Tesla haben Probleme:

  • Meta hat Ende 2022 die Streichung tausenden Jobs angekündigt. Das neue Metaverse ist noch ein Geldverbrenner.
  • Der neue Twitter-Chef Elon Musk hat etwa die Hälfte seiner 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen.
  • Snapchat hat etwa 20 Prozent seiner Beschäftigten entlassen.

Ähnlich ist es in vielen anderen Bereichen, etwa bei den selbstfahrenden Autos oder anderen Innovationen im Bereich der Künstlichen Intelligenz: Es wird bereits jetzt an den Stellschrauben der Zukunft geschraubt – das rechnet sich aber oft noch nicht.

  • Moderation:  Sebastian Sonntag
  • Gesprächspartnerin:  Martina Schulte, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporterin