Soziale Medien beeinträchtigen die Stabilität der Demokratie. Ebenfalls der Populismus - der wiederum hat aber auch das Potenzial einer reinigenden Wirkung.

Populismus hat auch in Deutschland in den vergangenen Jahren wieder zugenommen. Hans Vorländer, Direktor des Zentrums für Verfassungs- und Demokratieforschung an der TU Dresden, verweist darauf, dass nach allgemeiner Meinung Populismus der Demokratie nur schade - er selbst sieht aber auch positive Auswirkungen.

"Populismus reinigt die Demokratie, die in ihren Strukturen unbeweglich geworden ist. Er bedeutet Demokratie in Bewegung."
Hans Vorländer, Politikwissenschaftler

Vorländer hat auf der Tagung "Macht und Ohnmacht in der Demokratie" am 12. Juli 2017 in Düsseldorf gesprochen, veranstaltet von der dortigen "Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste" und der "Demokratiestiftung der Universität zu Köln".

"Moralischer Autismus"

Für Karl-Rudolf Korte, Politikwissenschaftler an der Universität Duisburg-Essen, beeinträchtigen die Sozialen Medien inzwischen die Stabilität der Demokratie. In seinem Vortrag bezeichnet er sie als "Asoziale Medien". Wer sich dort äußere - ob gebildet oder weniger gebildet - befinde sich auf einem direkten Weg in den "moralischen Autismus".

"Wir lieben unsere Meinungsklassen, in denen wir uns bewegen. Wir suchen unter der Illusion von Freundschaftsanfragen dort gleichermaßen immer eine Form von Bestätigung."
Karl-Rudolf Korte, Politikwissenschaftler

Korte beklagt sich über all die User, die nie die Auseinandersetzung suchten, nie das Argument. Alle diese User könnten so aber nicht mehr zu einer Demokratie beitragen, deren Profil geschärft werden müsse. Ganz verloren seien sie dann, wenn sie sich nur noch in den Sozialen Medien äußerten und gar nicht mehr zur Wahl gingen.

Zum Thema Demokratie lief auch dieser Hörsaal mit dem Titel: "Demokratie - Macht und Ohnmacht", am 17.09.2017.