Seit Mitte Dezember 2020 sind die Impfzentren in Deutschland bereit für ihren Einsatz. Aber nicht überall läuft ein Besuch dort reibungslos ab. In Sachsen-Anhalt zum Beispiel liegen manche Impfzentren weit außerhalb und in anderen Zentren hat das Impfen noch nicht begonnen.

Deutschlandweit gibt es mittlerweile rund 440 Impfzentren. Dafür wurden oft große Industrie- und Messehallen innerhalb weniger Wochen zu Impfzentren umgebaut. Im Gewerbegebiet Zorbau in Sachsen-Anhalt, rund 50 Kilometer südlich von Halle an der Saale nahe der Autobahn A9, steht auch eins.

Schwache Infrastruktur fürs Impfen

Für den Aufbau des Impfzentrums war der Burgenlandkreis verantwortlich. Seit Mitte Januar können sich Personen der Risikogruppe 1 dort impfen lassen, so wie die 80-jährige Silvia Fox. Sie ist mit dem Auto dorthin gefahren, erzählt sie. Eine andere Möglichkeit gibt es bislang nicht. Auch ist das Impfzentrum noch schlecht ausgeschildert, sagt die 80-Jährige.

Deshalb sollen im strukturschwachen Süden des Bundeslandes bald zusätzlich mobile Impfteams in den Dörfern unterwegs sein.

Die 80-jährige Silvia Fox wartet auf ihre Impfung im Impfzentrum Zorbau.
© Niklas Ottersbach / Deutschlandfunk Nova
Die 80-jährige Silvia Fox wartet auf ihre Corona-Impfung im Impfzentrum Zorbau.

Die Terminvergabe ist für Silvia Fox problemlos verlaufen, die in Sachsen-Anhalt über die bundesweite Corona-Hotline 116 117 vergeben werden. In anderen Bundesländern geht die Terminreservierung auch online.

Neben der 80-Jährigen werden an dem Tag 19 weitere Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Dafür haben manche von ihnen eine längere Fahrt auf sich genommen. "Wir hatten hier schon welche, die aus Magdeburg herkamen", erzählt Murat Baskanoglu. Er ist einer der Medizinisch-technischen Assistenten, die für das Impfen zuständig sind. Ähnlich wie im eineinhalb Stunden entfernten Magdeburg sind noch nicht alle Impfzentren in Sachsen-Anhalt geöffnet. Für die Landeshauptstadt Magdeburg ist zum Beispiel geplant, ab dem 18. Januar erste Termine für die Impfzentren zu vergeben.

Nicht alle Impfzentren in Betrieb

Silvia Fox hat ihren Termin in Zorbau innerhalb weniger Tage bekommen. Dafür ist es auch notwendig, Nachweise für die priorisierte Impfung einzureichen: Personalausweis, ärztliches Zeugnis oder eine Arbeitsbescheinigung.

Angekommen im Impfzentrum heißt es für sie erst einmal Warten. Denn: Zuerst gibt es ein ärztliches Vorgespräch, das über die Impfung aufklären und wichtige Infos wie Vorerkrankungen abklären soll. Sind noch Fragen offen, können die währenddessen beantwortet werden.

Nach dem Gespräch ist es auch möglich, sich gegen die Impfung zu entscheiden. Ist das der Fall kann es sein, dass die Impfdose auch verfällt, sollte es keinen Ersatz geben, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Henri Sarafov. Denn die Impfdosen müssen vor dem Spritzen für jede Patientin und jeden Patienten vorbereitet und aufgetaut werden. Wie viele Impfdosen das Impfzentrum vorbereitet, ist von den angemeldeten Terminen pro Tag abhängig.

Henri Sarafov, Deutschlandfunk-Nova-Reporter. Das ganze Gespräch hört ihr, wenn ihr auf den Playbutton klickt
"Wenn jetzt 1000 Leute einen Termin haben und für alle wird der Impfstoff bereitgelegt, aber 100 sagen spontan doch wieder ab, dann müssen – wenn es ganz schlecht läuft – diese 100 Dosen weggeschmissen werden."

Silvia Fox zum Beispiel hat sich weiterhin für die Impfung entschieden und für die Spritze ihren rechten Arm ausgewählt. Danach soll die 80-Jährige noch 15 bis 30 weitere Minuten sitzen bleiben, um abzuwarten, ob sie auf den Impfstoff allergisch reagiert. Verläuft alles gut, kann sie wieder nach Hause und kommt in drei Wochen noch mal nach Zorbau für die zweite Impfung zurück.

"Ich bin froh, dass ich das gemacht habe und hoffe, dass das viele machen. Damit wir auch einigermaßen über diese Krise kommen."
Silvia Fox, ist 80 Jahre alt und hat sich gegen das Coronavirus impfen lassen

Wenn ihr herausfinden möchtet, wann ihr euch impfen lassen könnt, berechnet das Online-Tool Omni Calculator einen ungefähren Zeitraum. Der Rechner fragt zum Beispiel nach dem Alter, Vorerkrankungen und ob ihr in einem medizinischen Bereich arbeitet ab.