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135 Jahre lang stiegen Kumpel in der Zeche Zollverein für den Kohleabbau unter Tage - einen Großteil davon unter katastrophalen Arbeitsbedingungen. Heute liegt die größte Zeche Deutschlands still. Sie erinnert als Kulturdenkmal an den strukturellen Wandel des Ruhrgebiets.

Das 19. Jahrhundert steht im Zeichen der Industrialisierung und somit auch des Bergbaus. Eine besonders ertragreiche Region ist dabei das Ruhrgebiet. Dort beginnt 1851 in der Zeche Zollverein die gewerbsmäßige Steinkohleförderung.

In den 135 Jahren ihres Betriebs entwickelt sie sich von einem unsicheren Arbeitsort zu einem hochtechnologisierten Bergwerk.

"Die Industrialisierung war für Europa und die Weltgeschichte eine entscheidende Veränderung - die ohne die Steinkohle so nicht denkbar gewesen wäre."
Franz-Josef Brüggemeier, Historiker

Doch die Steinkohleförderung ist nicht nur im Ruhrgebiet von großer Bedeutung. Auch in Sachsen und im Saarland fördern die Kumpel tonnenweise schwarzes Gold zutage. Doch die Zeche Zollverein ist ein besonderer Ort.

Struktureller Wandel seit den 1980er Jahren

Umso größer sind die Probleme als die Region vor dem strukturellen Wandel steht. 1986 wird die Zeche stillgelegt.

Die Erwägungen sind zunächst nicht ökologischer Natur, sondern ökonomisch: Kohle aus anderen Ländern wurde zunehmend billiger. Mit dem Bergbau fällt der größte Arbeitgeber der Region weg: 100.000 Arbeitsplätze müssen ersetzt werden. Bis heute ist der strukturelle Wandel noch nicht komplett vollzogen.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Nadine Kreuzahler schildert die Arbeitsbedingungen unter der Erde in der aufkommenden Industrialisierung des Landes.
  • Der deutsche Historiker und Direktor des Ruhr-Museums Heinrich Theodor Grütter beschreibt, wie die Zeche Zollverein entstanden ist, wie die ersten 100 Jahre dort ausgesehen haben und wie sie sich als Zentrum des Ruhrgebiets etablieren konnte.
  • Deutschlandfunk-Nova–Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld erklärt die Probleme, die der strukturelle Wandel für solche Regionen mit sich bringt.
  • Der Historiker Franz-Josef Brüggemeier erläutert, warum die Industrialisierung auch als Zeitalter der Steinkohle bezeichnet werden kann.
  • Kunsthistoriker und Denkmalpfleger Walter Buschmann berichtet vom Zeitalter nach der Kohle - und warum die Zeche Zollverein heute ein wichtiges Kulturdenkmal ist.