Geld über Instagram verdienen - das geht. Doch oft führt es zu Konflikten, denn die Influencer müssen sich mit den werbenden Firmen einigen. Bei Moritz ist bisher alles gut gegangen. Er ist mit Freundin, Sohn und Hund unterwegs und betreibt den Instagram-Account "sol.and.pepper".

Moritz und Julie posten auf Instagram unter dem Account sol.and.pepper. Sie sind in einem ausgebauten Van in Europa unterwegs und haben rund 27.000 Follower. Während ihrer Reise sind sie auf die Idee gekommen, Unternehmen anzuschreiben, sagt Moritz, die Produkte anbieten, die sie benutzen. So sind Kooperationen mit einigen Firmen entstanden.

Die beiden arbeiten beispielsweise mit einer Firma, die Babytragen herstellt, und Kosmetikfirmen zusammen. Sie bekommen Geld dafür, dass sie in ihren Posts die Produkte erwähnen und zeigen, wie sie sie benutzen. Die Einnahmen seien aber eher ein Taschengeld, sagt Moritz.

Kleinere Unternehmen verhandeln direkt

Die Bedingungen beim Influencer-Marketing sind von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Mit kleinen Unternehmen führen Moritz und Julie direkt Verhandlungen. Dabei schließen sie keine schriftlichen Verträge ab.

Mit größeren Unternehmen vereinbaren Moritz und Julie hingegen schriftlich, welche Hashtags sie verwenden, wann die Posts veröffentlicht werden. Neben Verträgen gebe es exakte Absprachen zu den Posts. Manche Unternehmen prüfen erst den Content erteilen dann eine Freigabe, erklärt Moritz.

"Man kriegt wirklich ein Briefing und das setzt man dann in Absprache authentisch um. Viele große Unternehmen lassen sich diesen vorproduzierten Content schicken und segnen das quasi nochmal ab."
Moritz, verdient mit Influencer-Marketing als Reisender Taschengeld

Bisher haben Moritz und Julie noch keinen Post nachträglich auf Wunsch eines Unternehmens ändern müssen. Moritz sagt, dass sie beide nur Produkte vermarkten, die 100-prozentig zu ihnen passen.

Zwei Ziele ließen sich dann im Idealfall miteinander verbinden: Ihre Community habe einen Mehrwert, lerne ein gutes Produkt kennen, und die Firma, mit der Moritz und Julie kooperieren, werde bekannter. Dafür schicken die Firmen ihre Produkte den beiden Reisenden.

"Wir hatten Glück, dass wir auf Korsika einen Freund haben, der auf einem Campingplatz arbeitet und dort die Pakete problemlos hinschicken lassen konnte."
Moritz, verdient mit Influencer-Marketing als Reisender Taschengeld

Moritz sagt, dass die Unternehmen zwar durch die Follower-Zahl auf Influencer aufmerksam werden, sich aber auf Instagram so viele Fake-Profile finden, dass die Unternehmen die Profile zunächst überprüfen. Wichtiger als die Zahl der Follower, sei die Engagement-Rate – also wie intensiv die User mit dem Profil des Influencers interagieren. Das Gesamtpaket mache dann den Preis aus, den Influencer für eine Produktvermarktung nehmen können.

"Viel wichtiger als die Zahl der Follower ist die Engagement-Rate. Dieses Gesamt-Package erzielt einen Preis."
Moritz, verdient mit Influencer-Marketing als Reisender Taschengeld

Denn andererseits ist der Swipe-Up eine der wichtigsten Funktionen für werbende Unternehmen. Das ist die direkte Verlinkung zu einem Produkt. Eine Funktion, die bei dem Instagram grundsätzlich erst ab 10.000 Followern möglich ist.

Influencer-Marketing ist eine relativ junge und intransparente Art der Werbung. Sie ist immer wieder Gegenstand von Prozessen. Abschließend und klar juristisch sortiert ist der Bereich noch nicht, wie die Urteile zu dem Marketing-Bereich bei Cathy Hummels und Pamela Reif zeigen – beide von 2019.