Als der sogenannte Islamische Staat vor etwas mehr als einem Jahr ein Kalifat ausrief, war er hierzulande wenigen bekannt. Seither mussten wir bitter lernen, dass wir diese Organisation nicht unterschätzen dürfen.

Hervorgegangen ist der Islamische Staat aus einem kleinen Ableger der Al-Qaida und hat bis heute eine erschreckende Karriere hingelegt. Er beherrscht mittlerweile weite Teile des Iraks und Syrien und baut seine Terrorherrschaft noch in weiteren Ländern aus – und das, obwohl er von zahlreichen Gegner, darunter so mächtige wie die USA, umgeben ist. Dabei macht er auch der Al -Qaida mittlerweile Konkurrenz.

"Wie soll das denn möglich sein, dass eine Organisation, selbst wenn sie über 30.000 Kämpfer verfügt, dass die sich gegen eine Welt von Feinden behauptet? Aber das ist der IS."

Wie konnte diese Gruppierung, die zunächst zuweilen sogar belächelt wurde, einen derart kometenhaften Aufstieg schaffen? In welcher Beziehung steht sie zur Al-Qaida? Wie wird sich der IS möglicherweise entwickeln und was bedeutet das für uns? Diesen Fragen klärt Guido Steinberg, Islamwissenschaftler, Mitarbeiter der Stiftung Wissenschaft und Politik, in seinem Vortrag "Al-Qaida gegen Al-Qaida: Die Expansion des IS in Nahost, Afrika und Südasien". Sehr anschaulich und verständlich dröselt er die "Familiengeschichte" des IS auf und wagt einen Blick in die Zukunft.

"Für Europa ist Al Kaida die größere Gefahr, für die arabische Welt, für die Türkei ist der IS die größere Gefahr.“

Aufgezeichnet wurde der Vortrag am 28. Mai 2015 im Rahmen der Konferenz "Transformations in the Global South" die vom Global South Studies Center Cologne veranstaltet wurde.