Jagoda Marinić sorgt sich um die Gleichstellung während der Pandemie und findet, dass Frauen wieder mehr in alte Rollen zurückfallen.

Kurz vor der Pandemie – im Jahr 2019 – hat Jagoda Marinić das Buch "Sheroes – Neue Held*innen braucht das Land" geschrieben. Sie hat sich damals mit der Frage beschäftigt: Wie lässt sich eigentlich das Heldentum, vor allem auch das Heldinnentum ins Jetzt retten und mit einem neuen Sinn versehen?

"Ich glaube schon, dass wir Heldinnen brauchen. Nicht so Superwomen, sondern Menschen, die uns berühren, inspirieren, so einen Funken in uns zünden."
Jagoda Marinić, Autorin und Kolumnistin

Fast zeitgleich mit dem Erscheinen ihres Buches traten dann plötzlich Frauen wie Greta Thunberg mit den Fridays for Future oder Carola Rackete, die Kapitänin der See-Watch 3, immer mehr in den Fokus. Und plötzlich wurde überall über neue Heldinnen gesprochen. "Ich hatte das Gefühl, dass traf doch einen Nerv der Zeit", sagt sie.

Direkter Feminismus gegen alte Strukturen

Jagoda Marinić setzt sich ein für einen direkten Feminismus und findet, dass Frauen sich noch viel mehr aus alten Strukturen befreien müssen, aus Strukturen, in denen immer noch weiße alte Männer viel Macht einnehmen. Sie sagt: "Was Feminismus heute leisten muss, ist sich wirklich vor diese Strukturen und Repräsentanten dieser Strukturen zu stellen und zu sagen: 'Sieh mich an. Also rede nicht einfach über mich, triff keine Entscheidung über meinen Kopf hinweg, sondern sie mich an, guck mir in die Augen.'"

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"Wir suchen nach einer Erlösung von dieser alten Politikkultur."
Jagoda Marinić, Autorin und Kolumnistin

Jagoda Marinić bezeichnet die Situation der Parteien in Deutschland als "demokratischen Notfall". Auf der einen Seite meint sie das Verschwinden der klassischen Volksparteien. Auf der anderen Seite sieht sie, dass soziales, politisches oder zivilgesellschaftliches Engagement der Jüngeren mehr und mehr jenseits der Parteien stattfindet. Sie sagt: "Es ist natürlich toll, dass die Zivilgesellschaft so stark ist. Am Ende ist dieses politische System aber halt abhängig von Parteien."

Die Autorin Jagoda Marinic
© Dorothee Piroelle

Wenn ihr mehr darüber wissen wollt, was Jagoda Marinić zu Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin der Grünen sagt oder warum sie von sich sagt, ihre Präsenz auf Twitter sei schon fast pathologisch, dann hört euch die gesamte Sendung an. Einfach oben auf den Play-Button klicken.