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1959 übernimmt Fidel Castro die Macht auf Kuba. Er verstaatlicht die Zuckerindustrie und enteignet zahlreiche US-Unternehmer ohne sie zu entschädigen. Daraufhin setzen die USA Exil-Kubaner ein, um durch eine Invasion einen Aufstand zu initiieren. Dieser Schachzug missglückt allerdings.

Am 1. Januar 1959 ist es soweit: Die Revolutionäre unter dem Kommando von Fidel Castro und Che Guevara übernehmen die politische Macht in der kubanischen Hauptstadt Havanna. Mehr als zwei Jahre hatte der Kampf gegen das verhasste Regime des Diktators Fulgencio Batista gedauert, bis die Rebellen in Kubas Hauptstadt eine Siegesfeier abhalten können.

In Washington macht man sich in der Administration von Präsident Dwight D. Eisenhower zunächst keine Gedanken über den Umsturz auf der Zuckerinsel 90 Meilen vor der Küste Floridas.

"Viele Länder schrecken davor zurück, mit Kuba Handel zu treiben, weil es dann sein kann, dass sie mit Sanktionen von Seiten der USA belegt werden. Das sind wirklich drakonische Strafen."
ARD-Korrespondentin Anne-Katrin Mellmann berichtet über den Status Quo der kubanisch-amerikanischen Beziehungen nach der Amtszeit von Donald Trump

Das ändert sich, als Fidel Castro beginnt, sein Versprechen einzulösen, in dem er die kubanische Zuckerindustrie verstaatlicht. Zahlreiche US-amerikanische Unternehmer werden entschädigungslos enteignet und verlassen die Insel. Dieser Maßnahme folgt eine Eskalation der gegenseitigen Sanktionen: Die USA antworten mit einem Stopp der Öllieferungen, daraufhin nimmt Kuba Kontakt mit der UdSSR auf. In den USA wird ein Komitee für Umsturzplanungen auf Kuba gegründet.

USA: Erst Importstopp von kubanischem Zucker, dann Abbruch diplomatischer Beziehungen

Als sich US-amerikanische Firmen weigern, sowjetisches Öl zu verarbeiten, werden auch sie enteignet, was einen Importstopp für kubanischen Zucker in die USA nach sich zieht. Schließlich wird sämtliches Eigentum von US-amerikanischen Firmen und Unternehmern auf Kuba verstaatlicht. Die USA verhängen daraufhin einen Exportstopp. Als Kuba einen Handelsvertrag mit der UdSSR abschließt, brechen die USA die diplomatischen Beziehungen ab.

Exil-Kubaner sollen auf Kuba einen Aufstand initiieren

Daraufhin werden Exil-Kubaner mit der Planung einer Invasion beauftragt. Auf der Insel soll ein Aufstand initiiert werden, bei dem die kubanische Opposition um amerikanische Hilfe 'bittet'. Dadurch würde die Invasion nicht als aggressive Militäroperation aussehen, sondern als Hilfeleistung für eine unterdrückte kubanische Opposition.

Da es aber keine Opposition auf Kuba gegen die Revolution von Fidel Castro gibt, ist die Landung der knapp 1400 Exil-Kubaner von vornherein ein Fehlschlag: Fidel Castro ist von den Plänen informiert worden und erwartet die Invasoren in der Schweinebucht. Die Kämpfe sind nach drei Tagen vorbei, die Invasion gescheitert und die Regierung des gerade erst gewählten Präsidenten John F. Kennedy blamiert.

Ihr hört in Eine Stunde History:

  • Volker Skierka ist Journalist und Castro-Biograph, der den 'Máximo Líder' beschreibt und seine Hinwendung zur Sowjetunion schildert
  • Der Münchner Historiker Andreas Etges ist Amerika-Experte und erläutert die Rolle von US-Präsident Kennedy bei der gescheiterten Invasion in der Schweinebucht
  • Die ARD-Korrespondentin Anne-Katrin Mellmann berichtet über den Status Quo der kubanisch-amerikanischen Beziehungen nach der Amtszeit von Donald Trump
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld erläutert das US-amerikanische Verhältnis zu Kuba, nachdem die Revolution Castros erfolgreich war.
  • Deutschlandfunk-Nova-Reporter Felix Schledde lässt das Frühjahr 1960 noch einmal Revue passieren, als Exil-Kubaner mit ihrer Invasion der Insel scheiterten.