Viele junge Menschen sind im Arabischen Frühling auf die Straßen gegangen. Darunter möglicherweise ein Mensch wie Sira: eine Deutsche mit ägyptischen Wurzeln. Sie landet eher zufällig auf dem Tahrir-Platz. Was sie dort erlebt, erzählt der Roman "Die Nächte auf ihrer Seite" von Annika Reich. Das perfekte Buch für den Moment, wenn dir deine eigene Ignoranz auf den Keks geht.

Es ist der 25. Januar 2011, ein Dienstag. Sira steht mit ihrer Cousine Nahla und ein paar Freunden auf dem Tahrir-Platz in Kairo. Der Platz ist voll mit Menschen, immer mehr kommen dazu. Offiziell ist es ein Feiertag, der "Tag der nationalen Polizei". Aber deswegen sind die Menschen nicht gekommen.

"Drei Jahre vergehen, bis alles wieder gut ist. Drei Jahre, in denen zwei Frauen alle Kraft aufwenden, um mit sich ins Reine zu kommen."
Lydia Herms, DRadio Wissen-Literaturexpertin

Sira hatte nicht vor, irgendwo gegen irgendwen zu demonstrieren. Sie war von Berlin nach Kairo geflogen, um zu shoppen, um Tennis zu spielen und zu tanzen. Es ist eine Geschichte von zwei Frauen aus Deutschland. Von Sira und von Ada.