Noch ein Mauerbuch - aber diesmal anders: Madeleine Prahs erzählt, wie sechs Menschen nach dem Mauerfall straucheln - und von vorne anfangen. Ihr Debütroman "Nachbarn" ist das perfekte Buch für den Moment, wenn du in ein Land reisen möchtest, das es nicht mehr gibt.

Madeleine Prahs begleitet sechs Menschen über 15 Jahre lang. Zum Beispiel Hanna, die noch zu DDR-Zeiten von Hans Hals über Kopf verlassen wurde, nachdem er eine Studienreise nach Rom zur Republikflucht nutzte. Kaum ist die Mauer offen, setzt Hanna Hans nach, macht ihn ausfindig und stellt ihn zur Rede. Letztlich landet die Bibliothekarin in einem westdeutschen Kleinstadt-Café als Kellnerin. Matthias, mit dem Hanna zusammen war, nachdem sich Hans abgesetzt hatte, bleibt zurück, gerät beruflich aus dem Tritt und verbringt seine Zeit mit Warten - mit Warten auf Hanna.

Neuen Mut schöpfen

Oder Anne, geboren in der DDR, kommt als Kind nach Westdeutschland. Abschied vom Vater am Bahnhof, der kurze Zeit später nachkommen sollte - aber nie kam. Viele Jahre später zieht Anne zurück nach Berlin und arbeitet als Altenpflegerin. Dort pflegt sie Karl Fritzsche, einen verbitterten, verwitweten alten Mann.

"Wie viele andere Menschen auch, machen sie das Beste draus. Sie fallen hin und stehen wieder auf. Sie scheitern und schöpfen neuen Mut."
Lydia Herms, Buchrezensentin

Wie es mit Anne und Karl Fritsche weitergeht, ob Hanna zu Matthias zurückkehrt? Lest selbst nach in Madeleine Prahs Roman "Nachbarn".

Madeleine Prahs ist 1980 in Karl-Marx-Stadt geboren. Sie studierte Germanistik und Kunstgeschichte in München und Sankt Petersburg. Sie wurde mit mehreren Preisen und Förderungen ausgezeichnet. Heute lebt und arbeitet sie in Leipzig.

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