Migranten in Deutschland müssen hier irgendwie zurechtkommen. Einer, der das immer wieder versucht, ist Jaafar Abdul-Karim, ein junger Journalist. Unter anderem arbeitet er für die Deutsche Welle.

Er erzählt, wie es ist, wenn er etwa auf Pegida-Demonstrationen Fragen stellt. Zum Beispiel warum Deutsche gegen Menschen demonstrieren, die so aussehen wie er - da bleiben ganz schnell die Antworten aus.

"Irgendwann wollten sie nicht mehr sprechen und ich wurde geschlagen."
Jaafar Abdul-Karim, Journalist

Abdul-Kaarim versucht seine Erlebnisse in Deutschland zu verarbeiten. In einem Land, das demokratisch ist und in dem er trotz Grundgesetz nicht von diesem geschützt handeln kann. Danach ist es ihm als Pressevertreter zwar erlaubt, sich ungehindert aus frei zugänglichen Quellen zu bedienen. Doch sieht die Realität inzwischen anders aus, wie er auf der Konferenz "Formate des Politischen" in Berlin geschildert hat, einer gemeinsamen Veranstaltung des Deutschlandfunk mit der Bundeszentrale für politische Bildung und der Bundespressekonferenz.

Auf Rolle als Flüchtling reduziert

Seine Kollegin Annika Reich kritisiert, dass Migranten fast ausnahmslos auf ihre Rolle als Flüchtlinge reduziert würden. Außer für Fluchtgeschichten und alles, was damit zusammenhänge, interessiere sich hier kaum jemand.

"Das entspricht natürlich überhaupt nicht dem hochrationalen, extrem organisierten, willensstarken und unglaublich mutigen Unterfangen, das eine Flucht darstellt."

Reich selbst entwickelt gemeinsam mit Neuankömmlingen und alteingesessenen Bürgern Formate für eine ganz andere Art von Integration. Ihr Slogan: "Wir machen das!"

"Formate des Politischen - Medien und Politik im Wandel" ist eine Veranstaltung des Deutschlandfunk, der Bundeszentrale für politische Bildung und der Bundespressekonferenz. Die Konferenz wendet sich an Politiker, Journalisten und Bürger gleichermaßen.

Hier geht's zum Hörsaal Populismus: Konjunktur rechtsnationaler Politiker, der ebenfalls bei dieser Veranstaltung aufgezeichnet wurde.

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