Schnellere Infos bei Verspätungen und Gleiswechseln – per KI. Unter anderem das verspricht die Deutsche Bahn bis Ende 2027 mit ihrem dritten Sofortprogramm. Während Bahn und Bund 50 Millionen Euro investieren, bleiben Befragte skeptisch.
Bis Ende 2027 will die Bahn 50 Millionen Euro zusätzlich in eine bessere Kundenkommunikation investieren. Fahrplanänderungen sollen demnach schneller im DB-Navigator angezeigt werden. Die App soll Push-Mitteilungen senden, und ein KI-Assistent soll Reisenden im Netz individuelle Auskünfte geben. Das Angebot soll nach einer gewissen Zeit auch in der App verfügbar sein.
Bis Ende 2027 sollen die Maßnahmen umgesetzt werden
Auch bei der internen Kommunikation soll KI stärker zum Einsatz kommen: Störungsinformationen aus Leitstellen sollen schneller verarbeitet, sortiert und an App, Website, Anzeigen oder andere Kanäle weitergegeben werden. Wenn ein Zug ausfällt oder ein Halt wegfällt, soll die Info schneller und einheitlicher bei den Fahrgästen landen, heißt es.
Das Ganze soll bis Ende 2027 abgeschlossen und umgesetzt sein.
"Wenn ein Zug ausfällt, ein Halt wegfällt oder ein Anschluss nicht mehr funktioniert, soll KI diese Infos schneller sortieren und als bessere Prognose in die App bringen."
Bei der Bahn hakt es an vielen Stellen – Pünktlichkeit, Kommunikation und Zuverlässigkeit sind nur einige Schlagworte. Die von Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Livia Hofmann befragten Fahrgäste in München finden die Pläne zwar gut, bleiben aber skeptisch.
Befragte ärgern sich über DB-App
Vor allem die App müsste Infos deutlich schneller aktualisieren, sagen sie. Außerdem solle die Bahn bedenken, dass ältere Generationen mit Apps oder KI oft nur wenig anfangen können.
"Man steht am Gleis und dann wird durchgesagt, dass die Fahrt von Gleis 2 auf Gleis 7 verlegt wird. Und dann muss man rennen."
Eine andere von uns befragte Person wünscht sich, dass Infos per Chat geteilt werden. Besonders gut wäre zudem, wenn die KI-generierten Daten auch direkt beim Zugpersonal landen, findet sie.
"Ich habe das Gefühl, Zugbegleiter*innen sind schnell frustriert, wenn sie nicht auch sofort wissen, was los ist."
Bis die Bahnpläne komplett umgesetzt sind – oder sein sollen – dauert es ohnehin noch anderthalb Jahre. Eine bessere Kommunikation ist ganz bestimmt gut und bei den Fahrgästen erwünscht – ein Ersatz für pünktliche Züge ist sie aber nicht.
