Ernst Moritz Arndt gehört zu den umstrittensten Dichtern des 19. Jahrhunderts. 2018 wurde deswegen die Universität Greifswald umbenannt, deren Namensgeber er gewesen war.

Ernst Moritz Arndt gehört zu den umstrittensten Dichtern des 18./19. Jahrhunderts. Geboren 1769, wird er glühender Kämpfer gegen die französische Besatzung durch die Truppen Napoleons und polemisiert gegen die "Ostjuden", deren "freches und wüstes Gelärm" jede "menschliche Staatsordnung" zerstören würde. Seine Hassvorstellungen gegen die französischen Nachbarn und seine rassistischen, anti-jüdischen Entgleisungen sind aber nur die eine Seite seines Charakters. Denn andererseits ist er überzeugter Demokrat und Historiker. 1848 wird er Abgeordneter der deutschen Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche, wo 1848/49 über einen geeinten deutschen Nationalstaat debattiert wird.

Debatte um Arndt in Greifswald

Arndt war zudem Professor an der Universität Greifswald, die deswegen bis vor kurzem Jahren seinen Namen trug. Als aber Studenten der "Ernst Moritz Arndt Universität" über ihren Namensgeber zu recherchieren beginnen, stoßen sie damit eine Debatte in Greifswald an, die Anfang Januar 2018 schließlich dazu führt, den Namenszusatz zu streichen.

Außerdem hört ihr noch in Eine Stunde History:

  • Der Berliner Historiker Christian Jansen berichtet über die Person Ernst Moritz Arndt.
  • Ewald Frie ist Historiker an der Universität Tübingen und beschäftigt sich mit dem deutschen Nationalismus des 19. Jahrhunderts und der Rolle, die Ernst Moritz Arndt dabei eingenommen hat.
  • Stefan Fassbinder ist Oberbürgermeister von Greifswald und schildert den Prozess, der dazu führte, dass die Universität nicht mehr mit dem Namen "Ernst Moritz Arndt" versehen ist.
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld berichtet über die Zeit, in der Arndt aufgewachsen ist und von der er geprägt wurde.
  • Deutschlandfunk Nova-Reporter Armin Himmelrath schildert einen fiktiven Prozess gegen Ernst Moritz Arndt.