Olli hat wenig Erfolg bei Tinder. Auch ohne Erwartungen fühlt er sich beim Onlinedating wie in einem Teufelskreis. Die Systematik hinter den vielen Swipes und Profilen untersucht die Sozialpsychologin Johanna Degen.

Auch aus den zwei Dates ist am Ende nichts geworden. Vorher hat Olli auf Tinder rund 10.000-mal geswipet, 2560-mal nach rechts. Davon waren 18 Matches und ergeben haben sich daraus zehn Chats. Mit Persönlichkeit kann man eben auf Tinder nur sehr begrenzt überzeugen, ordnet Olli diese kleine Geschichte seiner Erfolglosigkeit ein. Da gehe es eben viel um das Äußere.

"Manche Sachen sind so traurig, dass sie lustig sind. Deshalb habe ich dieses Tiktok veröffentlicht."
Olli über sein Tiktok zum Online-Dating

Eigentlich habe er aber auch keine großen Erwartungen gehabt, ein bisschen traurig sei er schon. Im Vergleich mit anderen zeige sich, dass er weniger Likes aber ungefähr gleichviele Matches habe. Er hat seine Tinder-Statistik in einem Tiktok zusammengefasst.

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Ihm ist klar, dass insgesamt mehr Männer als Frauen auf der Plattform unterwegs sind. Frauen könnten deswegen wählerischer sein.

1000 Möglichkeiten und 18 Matches

Unterm Strich hält er es für erfolgsversprechender echte Menschen direkt anzusprechen. Hätte er 1000 Frauen persönlich nach ihrer Nummer gefragt, hätten er bestimmt mehr als 18 sammeln können, ist Olli überzeugt.

"Eine Konsequenz ist, dass es im echten Leben deutlich besser funktioniert"
Olli über Online-Dating

Ollis relativer Misserfolg beim Online-Dating könnte damit zu tun haben, wie schnell dort Entscheidungen getroffen werden. Userinnen und User von Dating-Apps entwickeln ein Suchraster und entscheiden innerhalb von Sekunden, sagt die Sozialpsychologin Johanna Degen. Sie arbeitet an der Universität Flensburg.

Beim Profil zu tricksen, um aufzufallen, könne in der Realität stressig werden – in einem messbaren Ausmaß.

"Wenn man sein Onlinedating Profil aufmöbelt, dann hat man wieder Stress beim persönlichen Kennenlernen."
Johanna Degen, Sozialpsychologin, Universität Flensburg

Wenn auf eine Frau bei den Datingplattformen statistisch gesehen rund zwei Männer kommen, hat das Folgen für das Auswahlverfahren. Während Männer weniger strikt selektieren, ist es bei Frauen genau umgekehrt, erklärt Johanna Degen. Irgendwie müssen die Hetero-Männer damit wohl klarkommen.

"Frauen swipen umsichtiger und matchen nicht so viel, haben aber dabei eine bessere Quote."
Johanna Degen, Sozialpsychologin, Universität Flensburg

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In diesem Beitrag enthaltene Kapitel:
  • Olli, ist mit Dating-Plattformen nicht richtig glücklich geworden
  • Johanna Degen, Sozialpsychologin
  • Ab 21
  • Moderator:  Dominik Schottner
  • Gesprächspartner:  Olli, ist mit Dating-Plattformen nicht richtig glücklich geworden
  • Gesprächspartnerin:  Johanna Degen, Sozialpsychologin