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Es gibt mittlerweile so viele Satelliten, dass der Platz knapp wird. Beim Verglühen entstehen Weltraumschrott und Teilchen, deren chemische Auswirkungen bisher noch wenig erforscht sind. Ein Vortrag des Geophysikers Karl-Heinz Glaßmeier.

Schon heute fliegen Tausende Satelliten um die Erde. In den kommenden Jahren sollen es immer mehr werden. Dank dieser Satelliten können wir weltweit kommunizieren, navigieren und die Erde beobachten. Sie erfüllen also wichtige Funktionen. Doch die hohe Zahl an Satelliten und menschengemachtem Material im erdnahen Weltraum führt zu Problemen.

"Irgendwann kann man den erdnahen Weltraum eventuell gar nicht mehr nutzen."
Karl-Heinz Glaßmeier, Geophysiker

Die obere Erdatmosphäre ist heute zu einem Teil unserer Umwelt geworden, sagt Karl-Heinz Glaßmeier, und wir müssen sie schützen und uns um sie kümmern. Glaßmeier ist Professor für Geophysik an der Technischen Universität Braunschweig und forscht zu planetaren Magnetfeldern und Plasmen im Weltraum.

Seine Magnetfeldmessinstrumente wurden auf vielen Weltraummissionen genutzt, und er war in leitender Funktion an NASA- und ESA-Missionen beteiligt.

Verglühende Satelliten sind nicht harmlos

Die "Ressource" Orbit ist der Platz dort oben, sagt Karl-Heinz Glaßmeier, und der wird knapp. So knapp, dass wir den erdnahen Weltraum irgendwann nicht mehr nutzen können, wenn wir nichts tun. Satelliten haben eine beschränkte Lebenszeit. Wenn sie wieder in die Erdatmosphäre eintreten, verglühen sie.

Doch "verglühen" ist ein viel zu harmloser Ausdruck für das, was dabei passiert, erklärt Glaßmeier. Denn beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre entstehen kleine Teilchen, Metalle und Kunststoffe, die lange in der Atmosphäre verbleiben, sich dort anreichern und als Katalysatoren für chemische Prozesse dienen können.

"Dürfen wir die obere Atmosphäre wirklich zu einer Müllhalde machen?"
Karl-Heinz Glaßmeier, Geophysiker

Was genau passiert und was diese Teilchen bewirken, ist bisher nur sehr unzureichend erforscht, erklärt Karl-Heinz Glaßmeier. Klar ist aber: Wir müssen darüber nachdenken, was menschengemachte Materialien im Weltraum bewirken, wie sich Raumfahrt nachhaltig gestalten lässt und wie wir verhindern, dass die Erdatmosphäre zu einer Müllhalde wird.

Karl-Heinz Glaßmeier ist Professor für Geophysik an der Technischen Universität Braunschweig. Sein Vortrag trägt den Titel "Zwischen Himmel und Erde: Raumfahrt, Atmosphäre und Nachhaltigkeit". Er hat ihn am 18. Februar 2026 in Halle (Saale) gehalten. Veranstalter war die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina.

Shownotes
Orbit am Limit
Satelliten, Müll und nachhaltige Raumfahrt
vom 22. Mai 2026
Moderation: 
Sibylle Salewski
Vortragender: 
Karl-Heinz Glaßmeier, Geophysiker, TU Braunschweig
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