In Zukunft wird es wohl einige Menschen geben, die gegen Bezahlung als Touristen ins All fliegen. Für die meisten ist das nicht erschwinglich: Mit Billigflügen sollten wir vorerst nicht rechnen, ist der Astrophysiker Michael Büker überzeugt.

Reinsetzen, Countdown und dann: Raketenstart. Eine persönliche Reise ins Weltall ist für viele ein schöner Traum. Seit einiger Zeit können sich die Superreichen dieser Welt eine Reise in die Schwerelosigkeit gönnen. Drei von ihnen haben es bis zur internationalen Raumstation geschafft – in Begleitung eines erfahrenen Astronauten.

Keine Revolution durch private Anbieter

Gerade kehren diese ersten Weltraum-Touristen in einer Dragon-Kapsel zurück zur Erde (Stand 25.04.2022). Ihre Reise ins All soll der Auftakt weiterer Unternehmungen dieser Art sein. Eine völlige Revolution der Raumfahrt durch private Anbietern erwartet der Astrophysiker Michael Büker allerdings nicht und sagt: "Man kann die Welt nur mit einer starken Rakete verlassen."

"Vieles wird dem äußeren Anschein nach so bleiben wie es ist. An der grundsätzlichen Technik wird sich auch in einer stärker privat genutzten Raumfahrt nicht viel ändern."
Michael Büker, Astrophysiker

Im Schnitt hat sich die Zahl der Menschen, die gleichzeitig im All sind, erhöht, bestätigt er. Seien es noch unlängst drei bis sechs Personen gewesen, liege der Schnitt nun zwischen sechs und zehn.

Eine Raumstation mehr

Das liege aber nicht an der privaten Raumfahrt, sondern vor allem an der im April 2021 gestarteten chinesischen Raumstation 天宫. Das spricht sich Tiangong und bedeutet übersetzt Himmelspalast. Seit ihrem Start gibt es zwei unabhängige, sehr große Raumstationen im Erdorbit.

"Die ISS muss sich darauf einstellen, häufiger internationalen Besuch zu haben."
Michael Büker, Astrophysiker

Die Entwicklung privater Reisen ins Weltall verlaufe langsam, sagt Michael Büker. Die ersten Ansätze habe es um die Jahrtausendwende gegeben. Er glaube nicht, dass solche Flüge für Menschen erschwinglich werden, die keine Multimillionäre sind. Zur Einordnung: 55 Millionen US-Dollar soll jeder der nun aus dem All Zurückkehrenden für den Flug bezahlt haben.

Shownotes
Private Raumfahrt
Mehr Besuch für die ISS
vom 26. April 2022
Moderatorin: 
Jenni Gärtner
Gesprächspartner: 
Michael Büker, Astrophysiker